Warum ein kleiner Staat nun Bitcoin benutzt/Why a small state now uses Bitcoin

in #deutsch10 days ago

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Nach El Salvador setzt auch die Zentralafrikanische Republik auf den Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel. Vorteile bietet das kaum, schließlich haben nur wenige Einwohner Zugang zum Internet.

Ausgerechnet eines der unterentwickeltesten Länder Afrikas will Bitcoins als offizielle Währung einführen. "Wir freuen uns, zu den Pionieren der innovativsten Technologie der Welt zu gehören, die einen Mehrwert für alle schafft", twitterte Faustin Touadéra, Präsident der Zentralafrikanischen Republik.

Das kleine Land im Herzen des Kontinents mit seinen rund fünf Millionen Einwohnern ist eines der ärmsten Länder weltweit. Laut offiziellen Statistiken haben gerade einmal 11 Prozent der Einwohner Zugang zum Internet. Nur 15 Prozent haben in ihren Privathäusern Strom, meist nur in der Hauptstadt. Dreiviertel der Zentralafrikaner leben unter der Armutsgrenze: Sie können sich weder Smartphones noch Computer leisten, um ins Internet zu gehen, geschweige denn Bitcoins.

Zentralafrikas Wirtschaftsminister Gourna Zacko argumentiert, die Kryptowährung mache es einfacher, Geld aus dem Ausland zu empfangen und zu senden. Ein Großteil der Bevölkerung lebt aufgrund des seit 2013 anhaltenden Bürgerkrieges außerhalb der Landesgrenzen, einige in Europa, vor allem in der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich. Sie schicken in der Regel Geld nach Hause zu ihren Verwandten. Dies soll mit Bitcoins einfacher werden.

Auch Steuern und andere staatliche Gebühren sollen in Bitcoins bezahlt werden können. Das Gesetz verpflichte "jeden Wirtschaftsakteur, Kryptowährungen als Zahlungsmittel zu akzeptieren, wenn sie für den Kauf und Verkauf einer Ware oder Dienstleistung angeboten werden", so der Wirtschaftsminister.

"Ein Mittelfinger für das französische Wirtschaftssystem"

Bislang nutzen die Zentralafrikaner die regionale Währung CFA-Francs, wie fünf weitere Länder in West- und Zentralafrika. Diese Währung wurde bereits 1945 unter französischer Kolonialherrschaft eingeführt. Sie war damals mit einem festen Wechselkurs an den französischen Franc gebunden, später an den Euro. Anders als andere afrikanische Währungen ist sie somit recht stabil. Doch es gibt einen Nachteil, den die Afrikaner den Franzosen zu Recht als neokoloniale Herrschaft ankreiden: Die Hälfte der Währungsreserven sind in der französischen Nationalbank in Paris gebunkert, woraus Frankreich Rendite schöpft.

Die Einführung der Kryptowährung als Zahlungsalternative zum CFA-Franc bedeutet, dass sich das Land aus der gemeinsamen regionalen Währungsunion herauslösen könnte. "Das ist ein großer Mittelfinger für das französische Wirtschaftssystem", sagt Chris Maurice, Direktor der Krypto-Börse Yellow Card Financial, die rund eine Million Nutzer in 16 afrikanischen Ländern hat und für den Betrieb im CFA-Franc-Gebiet lizenziert ist.

Seit 2016 engagieren sich die Russen in dem kriegsgebeutelten Land: Russische Banken geben Kredite für den Wiederaufbau nach fast zehn Jahren Krieg, russische Firmen bauen die kaputte Infrastruktur wieder auf: Straßen, Brücken, Krankenhäuser. Russlands Verteidigungsministerium schickte Militärausbilder, um die marode Armee gegen die Rebellen fit zu bekommen. Mit ihnen landeten über Tausend russische Söldner der privaten Sicherheitsfirma Wagner, die seitdem die persönlichen Leibwächter des Präsidenten stellen, aber auch aktiv Rebellen bekämpfen. Die internationale Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) klagt in ihrem jüngsten Bericht, die Wagner-Söldner würden gezielt Übergriffe gegen Zivilisten begehen.

Mit Bitcoins können die Sanktionen umgangen werden

Hier kommt die St. Petersburger Firma M-Invest ins Spiel, die Tochtergesellschaften im Sudan und der Zentralafrikanischen Republik gegründet hat und in Afrika in lukrative Minenkonzessionen investiert. M-Invest gehört dem russischen Oligarchen Jewgeni Prigoschin, einem engen Putin-Vertrauten und Hintermann hinter Wagner. Die Firma steht in Europa und den USA auf den Sanktionslisten. Sie profitiert nun in Anbetracht internationaler Wirtschaftssanktionen, darunter der Einstellung des internationalen Banküberweisungssystems SWIFT gegenüber Russland, von der Einführung der Kryptowährung. Sämtliche Profite lassen sich so mit ein paar Mausklicks online einfach in Bitcoins aus dem Land schaffen.

Russland gehört weltweit zu einem der führenden Länder im Gebrauch von Kryptowährung. Sergei Katyrin, der Präsident der russischen Industrie- und Handelskammer, ist schon lange der Ansicht, dass sein Land für den Handel mit Afrika auf Kryptowährungen setzen sollte.

Ich zitierte aus diesem hich spannenden Artikel...

https://amp-n--tv-de.cdn.ampproject.org/v/s/amp.n-tv.de/politik/Russland-draengt-in-Afrika-zu-Bitcoins-article23315068.html?amp_gsa=1&amp_js_v=a9&usqp=mq331AQIKAGwASCAAgM%3D#amp_tf=Von%20%251%24s&aoh=16520353064602&csi=1&referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com&ampshare=https%3A%2F%2Fwww.n-tv.de%2Fpolitik%2FRussland-draengt-in-Afrika-zu-Bitcoins-article23315068.html

Mein persönliches Fazit:

Jeder sollte eines bedenken.... Weil Russland nun Bitcoins benutzt um Sanktionen zu umgehen, ist Bitcoin deshalb nicht zu verteufeln.

Technologie ist niemals Böse. Die Zentralafrikanische Republik wurde über Jahrhunderte von Frankreich ausgebeutet. Ob Russland den Bürger des Afrikanischen Staates mehr Wohlstand bringt wage ich zu bezweifeln.

Aus wenn dies nicht das beste Beispiel ist, ist es doch ein Beweis, dass Bitcoin und Co einem immer größer werdende Nutzen haben werden.


English

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After El Salvador, the Central African Republic also uses Bitcoin as its official means of payment. This hardly offers any advantages, after all only a few residents have access to the Internet.

Ironically, one of the most underdeveloped countries in Africa wants to introduce bitcoins as an official currency. "We are delighted to be among the pioneers of the most innovative technology in the world, creating value for all," tweeted Faustin Touadéra, President of the Central African Republic.

The small country in the heart of the continent with around five million inhabitants is one of the poorest countries in the world. According to official statistics, just 11 percent of the population have access to the Internet. Only 15 percent have electricity in their private homes, mostly only in the capital. Three-quarters of Central Africans live below the poverty line: they cannot afford smartphones or computers to access the internet, let alone bitcoins.

Central Africa's Economy Minister Gourna Zacko argues that cryptocurrency makes it easier to send and receive money from abroad. Due to the civil war that has been going on since 2013, a large part of the population lives outside the country's borders, some in Europe, especially in the former colonial power France. They usually send money home to their relatives. This should be easier with bitcoins.

Taxes and other government fees should also be paid in bitcoins. The law obliges "every economic operator to accept cryptocurrencies as a means of payment if they are offered for the purchase and sale of goods or services," said the Economics Minister.

"A middle finger for the French economic system"

So far, Central Africans have been using the regional currency, the CFA franc, like five other countries in West and Central Africa. This currency was introduced in 1945 under French colonial rule. At that time it was tied to the French franc with a fixed exchange rate, later to the euro. Unlike other African currencies, it is therefore quite stable. But there is one disadvantage that the Africans rightly blame on the French as neo-colonial rule: Half of the currency reserves are stashed away in the French National Bank in Paris, from which France draws a return.

The introduction of the cryptocurrency as a payment alternative to the CFA franc means that the country could break out of the common regional monetary union. "This is a big middle finger for the French economic system," says Chris Maurice, director of crypto exchange Yellow Card Financial, which has around a million users in 16 African countries and is licensed to operate in the CFA franc area.

The Russians have been involved in the war-torn country since 2016: Russian banks are providing loans for reconstruction after almost ten years of war, Russian companies are rebuilding the broken infrastructure: roads, bridges, hospitals. Russia's defense ministry sent military trainers to train the ailing army against the rebels. With them landed more than a thousand Russian mercenaries from the private security company Wagner, who have since provided the president's personal bodyguards, but also actively fight rebels. In its most recent report, the international human rights organization Human Rights Watch (HRW) complained that the Wagner mercenaries were targeting attacks on civilians.

The sanctions can be circumvented with Bitcoins

This is where the St. Petersburg firm M-Invest comes in, which has set up subsidiaries in Sudan and the Central African Republic and invests in lucrative mining concessions in Africa. M-Invest is owned by Russian oligarch Yevgeny Prigozhin, a close confidant of Putin and the man behind Wagner. The company is on the sanctions lists in Europe and the USA. It is now benefiting from cryptocurrency adoption amid international economic sanctions, including the shutdown of the international bank transfer system SWIFT towards Russia. All profits can be easily created online in bitcoins from the country with just a few clicks of the mouse.

Russia is one of the world's leading countries in the use of cryptocurrency. Sergei Katyrin, President of the Russian Chamber of Commerce and Industry, has long believed his country should use cryptocurrencies to trade with Africa.

I quoted from this very interesting article...

https://amp-n--tv-de.cdn.ampproject.org/v/s/amp.n-tv.de/politik/Russland-draengt-in-Afrika-zu-Bitcoins-article23315068.html?amp_gsa =1&amp_js_v=a9&usqp=mq331AQIKAGwASCAAgM%3D#amp_tf=Von%20%251%24s&aoh=16520353064602&csi=1&referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com&ampshare=https%3A%2F%2Fwww.n-tv.de%2Fpolitik%2FRussland-draengt-in-Afrika-zu-Bitcoins-article23315068.html

My personal conclusion:

Everyone should keep one thing in mind.... Because Russia is now using bitcoins to circumvent sanctions, bitcoin is not to be demonized.

Technology is never evil. The Central African Republic was exploited by France for centuries. I doubt whether Russia will bring more prosperity to the citizens of the African state.

If this is not the best example, it is proof that Bitcoin and Co will have ever-increasing benefits.

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Wenn die, die noch ein bißchen Hirn haben, Bitcoin verwenden, ist das ja ein ganz gutes Zeichen ;)

Posted Using LeoFinance Beta

Ich kenne so viele die denken sie hätten ein Hirn und schließen dann bei der Sparkasse einen Spar Vertrag ab... 😇

Hirn denken ohne Hirn ist halt problematisch. So wie all das Alltägliche, Normale, Problematische.

Interessant, wie Kryptowährungen eingesetzt werden! Auch, um aus Machtmissbrauch und anderen Verstrickungen herauszukommen.

Ja Kryptowährungen können eine Lösung sein. Dazu müssen aber die Menschen endlich anfangen zu verstehen was Geld ist. Und das der jenige die Macht hat der das Geld druckt, also der Staat und die Banken.