Merkels Nüchternheit muss uns Trost genug sein

in #deutsch22 days ago (edited)

Der Nils Minkmar, der ist Autor im Kulturressort. Beim Spiegel.

Dort zuständig für Minnegesang.

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Nun ist es nicht seine Aufgabe, der in Berlin regierenden Mumie mit Verve so tief in das Popöchen zu kriechen, wie es physisch gerade möglich ist, ohne Rücksicht auf Schmerzen bei der armen Fr. Dr., geschweige denn der geneigten Leserschaft.

Denn der Mann ist vom Fach.

Sie war kühle Reformerin, engagierte Humanistin in der Flüchtlingsfrage und vieles mehr – aber selten war sie so in ihrem Element wie in diesen Wochen als Kanzlerin der Pandemie.

Listen and repeat: Von der kühlen Reformerin über die engagierte Humanistin (in der Flüchtlingsfrage) hin zur Kanzlerin der Pandemie!

Gibt es da noch eine Steigerung? Bismarck wäre erbleicht, die Presse des Kaiserreichs ebenso. Der Mann hätte selbst im nationalkonservativen Jubelorgan keine 5 Minuten mehr am Schreibtisch gesessen. Aber das war das Kaiserreich, da war noch nicht die volle Breitseite Demokratie und unabhängige Presse. Daher.

Doch nun hört, wie die Dame in Berlin in nahezu übermenschlicher Art über sich hinauswächst und uns unnützes Unkraut so nett behandelt:

Sie leistet sich, die Bürgerinnen und Bürger wie Erwachsene anzusprechen, nichts zu beschönigen und keine falschen Hoffnungen zu wecken.

OMFG - I can't believe it. Wer hat die Tante denn von der Leine gelassen? Wie abgefahren ist der Scheiß denn? SIE spricht UNS wie Erwachsene an!! Meint zumindest der Starjournalist, dem die unterwürfige Erregung offenbar einen Zustand devoter Extase entlockt, die Peinlichkeit und Perversion in stakkatorartiger Weise zu heiliger Eintracht vereint.

Leroy hat den halben Liter Rotwein, den er zwecks Durstlöschung schnell wie beim Ackern in den Schlund gesogen hatte, mindest zu 80% auf den neuen Sofa-Vorleger gerotzt, was wiederum seine Frau in ähnliche Extase versetzte wie den Raketenjournalisten kurz zuvor die Kanzlerin.

Nun denn, Leute - das war es noch lange nicht!

Sie redet ungewohnt privat und philosophisch darüber, was das Leben schön macht und dass wir das noch länger entbehren müssen.

SIE, die Gottgleiche, wenn auch nicht äußerlich, ist nämlich nicht nur Pandemie-Kanzlerette, kühle Refomerin und Humanistin (in Flüchtlingsfragen), NEIN - sie ist auch Philosophin und eine echte Fachfrau im Schulfach schönes Leben. Spätestens hier bereute es der von seiner Frau übelst angegangene Leroy zutiefst, den halben Rotwein auf den Teppich geprustet zu haben. Nun war er fort. Doch woher so schnell Nachschub organisieren?

Jetzt kommt's, ich schwör, jetzt kommt das große Finale:

Wäre ein Ende in Sicht, würde sie es uns sagen, aber davon ist bei ihr keine Rede. Ihre Nüchternheit muss Trost genug sein.

Boom!

Dazu fällt selbst mir nix mehr ein. Das ist großes Kino.

Gegen den kommt auch Leroy mit seinem Jahrhundertwerk, dessen Lektüre zur täglichen Übung aller Superspreader gehörten sollte, nicht an.

Sort:  

Es fehlt noch das Attribut "gütig", damit sie in den Olymp aufsteigen kann zum größten Kanzler aller Zeiten. Das kommt in paar Wochen, wenn die Anhänger der Friedensreligion ihre Dekapitationspraktiken intensivieren und Merkel dann zu Versöhnung und Verständnis aufruft und vor unzulässigen Verallgemeinerungen warnt.

Man sieht, die 4. Gewalt ist in Deutschland voll auf der Höhe! Ein beeindruckendes Beispiel für unerschrockenen, kompromisslosen Investigativjournalismus, der sogar einem Assange oder Snowden zur Ehre gereichen würde! Man möchte meinen, der hat sich vom Simplicissimus inspirieren lassen.

Die Mutti weiss schon wass sie tut oder doch nicht!

Liebe Grüße Michael

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!jeenger

Dem ist ein Coronavirus ins Hirn gekrochen und hat sich dort eingenistet.
Wieso tust Du Dir sowas überhaupt an?

Ich habe mich königlich amüsiert!

Dann war's das wohl wert, hoffentlich aber auch den verlorenen Rotwein nebst etwas angesäuerter Gattin und vielleicht auch noch ruiniertem Perser! Ich hoffe, es war kein Kindzmarauli oder gar ein Kvanchkhara!

Das ist aber ein Weißwein! 😉

Erwischt. Du weißt, wovon Du sprichst. Ok - war ein stinknormaler Cabernet, ich geb es zu.

Jo, bin ja auch schon seit 10 Monaten in Georgien. Es war eine Anspielung auf deine Erwähnung von georgischem Wein vor ein paar Monaten, was ich mir gemerkt hatte, ist sowas in Deutschland doch recht selten. Ich wusste zuvor nichts von diesen vorzüglichen Weinen.

Und ein Cabernet ist ja nun auch nicht verkehrt, wenn's kein Doppler oder Tetrapack ist.

Gute georgische Weine sind schwierig zu bekommen in Deutschland, der Aufwand lohnt sich allerdings. Letztlich sind sie Natur- bzw. Orange-Weine. Uralte, eingeborene Rebsorten im Tonkrug ausgebaut. Großartig, aber geschmacklich etwas eigen. Die jungen Weißweine sind massentauglich teilweise, neigen aber alle zur Oxidation.
Wer drauf steht, hat da sein Nirwana gefunden. Für den Rest, und das dürften die meisten sein, wird es leider ein Nischenprodukt sein.
Den Georgiern ist zu wünschen, dass sie ihre großartigen landwirtschaftlichen Produkte und überhaupt Ihr Land zukünftig besser "vermarkten" - im besten Sinne des Wortes.
Ich habe die georgische Weinkultur letztlich in Russland kennengelernt, da gibt es selbst in den guten Läden noch reichlich georgischer Weine, aus guter alter Tradition. Zu Sowjetzeiten war der Wein aus Georgien das einzig trinkbare Zeug, allerdings alles zuckersüß. In Polen werden die auch zu Genüge getrunken, allerdings nur, weil die Georgier sich gegen die Russen gestellt haben, was bei Polen allem Anschein nach grundsätzlich zu Erektionen führt.

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