Die Bürokratie und ihre Feinde

in #deutsch8 months ago

Liebe Steemitgemeinde,
liebe Freiheitsfreunde,
liebe Freiheitsfeinde,

es wird viel kritisiert in der EU und in Deutschland.

Zu viel Bürokratie lähmt den wirtschaftlichen Fortschritt und behindert uns im Kampf gegen den Klimawandel.
Um der Bürokratie den Zahn zu ziehen, werden dann bestimmte Parteien gewählt, die wiederum Anti-Bürokratie-Kommissionen einsetzen.
Das Endergebnis ist immer das selbe.
Noch mehr Bürokratie.

Dabei gibt es ein ganz einfaches Mittel, welches als Transmissionsriemen zwischen Bürokratie und Wirtschaft fungiert und dafür sorgt, dass der Motor nicht stottert.
Dieses Mittel heißt Korruption.

Großartige Autoren, wie @afrog und @leroy.linientreu haben schon über sie geschrieben.
Von @leroy.linientreu stammt sogar das Zitat:

Erst die Korruption macht die Terrorherrschaft der Bürokratie erträglich!


Dem kann ich nur aus vollem Herzen zustimmen.

Deshalb verneigen wir uns heute in Ehrfucht vor einem Mann, für den die notwendigen Superlative erst noch erfunden werden müssen.

Tamás Aján - Präsident des IWF


Bildquelle
(Nein, liebe Oliver Janich und Q-Anon Anhänger, dies ist nicht George Soros)

Dieser Mann ist der Präsident der International Weightlifting Federation und der König, oder besser gesagt, der Gott der Bürokratiebekämpfung.

Auch ich habe diesen Sport 20 Jahre lang betrieben und viel gehört und gesehen.
Ich habe mein Handwerk in einem Verein erlernt, der 1990 Deutscher Meister wurde (mehr dazu hier) und zahlreiche Olympiasieger und Weltmeister im Team hatte.
An einer internationalen Karriere hatte ich (Gott sei Dank) kein Interesse und bestimmt auch nicht genug Talent.
Alles was ich in den 20 Jahren gehört oder gesehen habe, wird aber von Tamás Aján in den Schatten gestellt.

Kommen wir nun aber zur Bürokratie.

Wie in jedem Sport wollen die Zuschauer und Sponsoren nur Top-Leistungen sehen.
Gleichzeitig will man aber auch (zumindest offiziell) einen „sauberen“ Sport.
Deshalb haben sich Bürokraten Anti-Doping-Regeln ausgedacht.
Um nun diesen Gegensatz zwischen Bürokratie und Spitzensport zu vereinen, braucht es Männer, wie den Ungarn Tamás Aján.

Für die GEZ-Verweigerer und Umweltsau-Lied-Kritisierer sei gesagt, unsere öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten können auch Qualität.
In einer hervorragend recherchierten Dokumentation der ARD haben die Reporter Hajo Seppelt, Nick Butler und Grit Hartmann das Lebenswerk dieses größten aller Bürokratiebekämpfer für uns nachgezeichnet.

Für diejenigen, die keine Zeit haben sich das Video anzuschauen, nachfolgend eine Zusammenfassung:

  • als Dopingkontrolleure werden meist nur Leute von der ungarischen Antidopinagentur HUNADA beauftragt. Bei denen darf gegen eine Spende von $60 für nationale und $200 für internationalen Kontrollen ein „Doppelgänger“ in den Becher pinkeln.
    Das Dopinglabor in Köln kann dann natürlich keine verbotenen Substanzen im Urin finden und der Sport bleibt sauber.
  • Spitzenathleten aus Osteuropa und Asien werden in der Regel sowieso nicht kontrolliert.
  • wird ein Land doch einmal erwischt können Strafen im Bereich von $300,000 - 500,000 gezahlt werden, um zu verhindern, dass der komplette Verband gesperrt wird.
    Damit alles seine Ordnung hat, ist dieses Geld in bar direkt an Tamás Aján zu übergeben.
  • das Geld welches vom olympischen Verband durch die Vermarktung der Fernsehrechte usw. eingenommen und an die Verbände verteilt wird, wird nicht bilanziert und auf geheimen Konten in der Schweiz verwahrt, auf die nur Tamás Aján Zugriff hat. Dass da auch mal ein paar Millionen verloren gehen können, liegt nur an der Schlampigkeit einzelner Bankmitarbeiter.

Wie man sehen kann, geht mit ein bisschen gutem Willen und dem unermüdlichen Einsatz Einzelner auch ein sauberer Spitzensport.

Hier das Video:

Quellen:
https://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/doping/gewichtheben-ard-doku-zeigt-doping-sumpf-und-korruption-16566412.html
https://www.sportschau.de/weitere/geheimsachedoping/video-geheimsache-doping---der-herr-der-heber--100.html

Schönes Wochenende.
Stephan Haller

Sort:  

Hätte ich nie für möglich gehalten. Das wäre bei uns in D. unmöglich! ;-)
Geiler Typ.

Einer der ganz Großen.

Der Mann ist einfach nur Realist 💪

Noch besser wäre es wenn Menschen endlich aufhören zu verlangen dass alles was nach scheiße aussieht nach rosen duftet. Natürlich verursacht billiges Fleisch leid, natürlich braucht unser Konsum destabilisierte Öl-Länder, natürlich verlangt ein neuer Weltrekord noch stärkeres Doping. Deshalb konnt ich mit Vereins-Gewichtheben nie viel anfangen. Der Sport ist geil, Olympia suckt. Im Powerlifting ist es offenes Geheimnis das man sich was ballert, die Kids feiern die Doping Stacks der großen ab...und was ist daran so schlimm? Wer es ohne versuchen möchte kann genau so Spass dran haben.

Wer es ohne versuchen möchte kann genau so Spass dran haben.

Kann man. So habe ich das auch immer gehandhabt.
Man muss sich halt nur bewusst sein, dass man in einer anderen Liga spielt.
Das ist wie beim 24h Rennen. Da fahren ja auch im gleichen Rennen verschiedene Fahrzeugklassen mit.
Im Gewichtheben weiß jeder wer sich was einwirft und wer nicht.
Man darf sich halt dann nur mit den Leuten messen, die auch nichts nehmen.

Jep. Ganz genau. Und diesem sind sich vor allem die Jüngeren nicht bewusst und werden somit unterbewusst auch zum Dopen gebracht.
Wenn man dann erwachsener geworden ist, merkt man (hoffentlich) dass es ohne sogar noch viel genialer ist.

Danke für die so freundliche Erwähnung. Mit diesem hervorragenden Artikel hast du dich würdig eingereiht in die illustre Runde der Autoren, die sich zu Jahresbeginn hochqualifiziert dem Amtsmissbrauch widmen. Nebenbei erzählt jeder Autor auch immer ein bisschen von sich selbst. Das gestaltet mir das Kuratieren immer so abwechlungsreich und spannend.

Danke!
Aber Amtsmissbrauch klingt so böse.
Wie wäre es mit kreativer Amtsgestaltung?

Das ist vollkommen richtig. Wir müssen die Lage immer positiv einschätzen, sonst ziehen wir die falschen Schlüsse.

Korruption ist das eigentliche Öl der Wirtschaft. Überall wird irgendwie geschmiert. Ich frage mich, ob man es auch schon Korruption nennen darf, wenn jemand einen gutbezahlten Job hat und für das Gehalt genau das macht, was erwartet wird. So gesehen korrumpieren sich alle, die nicht selbstständig sind.

Ich frage mich, ob man es auch schon Korruption nennen darf, wenn jemand einen gutbezahlten Job hat und für das Gehalt genau das macht, was erwartet wird.

Das nennt man Dienst nach Vorschrift und ist fast so schlimm wie Streik.