Gerade war ich mal wieder etwas in den Instagram-Reels unterwegs und bin auf eine Person gestoßen, die sich am Amsterdammer Bahnhof auf ein kleines Abenteuer begeben hat: Einfach mal in einen spannenden Zug einsteigen, der nach Spaß aussieht. Darin gefunden: Einen Haufen Deutscher, die in Party-Laune sind. Es ist ein Zug der rheinland-pfälzischen Railparty Rheinland GmbH.
Betrieben wird das Unternehmen von ein paar Freunden, die sich wohl bei ihrer Arbeit bei der Deutschen Bahn kennengelernt haben und gemeinsam auf die Idee gekommen sind, einen alten Zug zu kaufen und damit Sonderfahrten zwischen Deutschland und den Niederlanden anzubieten.
Das Konzept scheint einfach: Ticket kaufen, in Deutschland in den Zug einsteigen, während der Zugfahrt Party machen, in Amsterdam auf festem Boden ein paar Stunden weiterfeiern (oder nach Wunsch natürlich auch in Ruhe die Stadt erkunden), abends wieder mit demselben Zug zurück nach Deutschland.
Die nächste Fahrt findet am 01. August statt. Anlass ist der an diesem Tag stattfindende Höhepunkt der zweiwöchigen "WorldPride Amsterdam".
Ob es eine reine Veranstaltung zur Steigerung der Akzeptanz individueller sexueller Freiheit ist, oder ob der Aspekt des Pinkwashings – also einer Imagekampagne von Unternehmen mithilfe bunter Ästhetik – doch überwiegt, weiß ich nicht. Immerhin die Deutsche Bank als einer der Hauptsponsoren fiel mir ins Auge. Diese ist insbesondere durch ihre Verwicklung in viele Kriege auf dieser Welt noch nie wirklich als guter Bündnispartner für irgendeine Massenbewegung im Interesse der Mehrheit aufgefallen. Der auf vielen antimilitaristischen Kundgebungen und Demonstrationen zu hörende Slogan "An jedem Krieg; in jedem Land; verdient zum Schluss die Deutsche Bank" ist sicherlich berechtigt.
Aber zurück zum Thema: Tickets für den Party-Zug sollen laut Veranstalter-Website ab rund 86€/Person erhältlich sein. Auf der Buchungswebsite scheint es mir, als sollte man eher mit grob 120€/Person rechnen. Für eine aufregende Zugfahrt und einen tollen Nachmittag in Amsterdam ist das meinem Gefühl folgend aber immer noch ein ziemlich attraktiver Preis.
Wer gerne die Gelegenheit verpassen möchte, bei der normalen Zugfahrt Fremde kennenzulernen, also lieber einen großen Haufen eigener Freunde mitbringt und etwas tiefer in die Tasche greifen möchte, kann auch mit dem Railparty-Zug selbst einen Sonderzug auf die Schiene bringen.
Angesichts des schrecklichen Zustands des deutschen Schienennetzes (die Bundesregierung beschrieb es im Februar 2025 als "überlastet und störanfällig") frage ich mich zwar jetzt schon regelmäßig, wie Sonderzüge und Zugbetreiber abseits der DB überhaupt funktionieren können. Denn es ist keine Seltenheit in deutschen Zügen zu jeder Tages- und Nachtzeit zu erleben, dass der Zug stehenbleibt, weil ein anderer Vorfahrt hat und es keine Überholgleise gibt. Aber irgendwie scheint es ja dennoch zu funktionieren; die Existenz von Flixtrain uns sonstigen alternativen privatwirtschaftlichen Zugbetreibern ist schließlich keine Halluzination.
Wie findet ihr die Idee von Party-Sonderzügen?

Symbolbild | Langweilig wird's im Party-Train mit Sicherheit nicht so schnell! Bild: pixabay/ecommercefotoit
KI-Hinweis: Für die Recherche zur Verwicklung der Deutschen Bank in die Kriegsindustrie habe ich Perplexity AI benutzt. Ansonsten habe ich für diesen Artikel keine Hilfe von KI in Anspruch genommen.
Congratulations @revolwritings! You received a personal badge!
You can view your badges on your board and compare yourself to others in the Ranking
@revolwritings, I'm refunding 0.250 HIVE and 0.000 HBD, because there are no comments to reward.