Nichts Neues

in Deutsch D-A-CH26 days ago

Liebe Hive-Gemeinde,
Liebe Freiheitsfreunde,
Liebe Freiheitsfeinde,

in der Geschichte hat das Aufkommen neuartiger Krankheiten seitens der Mächtigen eigentlich immer zu drastischen Maßnahmen geführt.

Jahrhundertelang war es den Herrschenden vollkommen egal, wenn das Volk im Dreck verhungert ist. Man war ja selbst nicht betroffen.

Deshalb waren auch Kriege oft ein beliebter Zeitvertreib.
Es war ja der Pöbel, der den Kopf hinhalten musste.

Diejenigen der Herrscherkaste, die sich an den Kriegen beteiligten, waren selbstverständlich Offiziere, bekamen besseres Essen, durften auf dem Pferd reiten und hielten sich bei den Kampfhandlungen eher im Hintergrund.

Viren hingegen haben kein Klassenbewusstsein.
Sie diskriminieren weder nach Einkommen, Religion, Herkunft oder Hautfarbe.
Viren sind für die Herrschenden genauso gefährlich wie für die Beherrschten.
Echte Demokraten also.

Als ich noch ein kleines Kind war (ich bin Jahrgang 1979) war es wieder einmal soweit.

Ein neuartiges Virus betrat das Licht der Welt.
Aids war damals natürlich ein Riesenthema und es herrschte anfangs Angst und Panik.
Das haben selbst wir Kinder mitbekommen.

Bayern geht voran

Damals wie heute war der bayerischen Staatsregierung die Gesundheit des Volkes sehr wichtig.

Schauen wir uns deshalb einmal die Reaktionen bzw. Maßnahmen der bayerischen Politik (damals regierte die CSU noch alleine) von damals an.

Das Archiv des Spiegels gibt Auskunft:

»Wenn es bekannt wird«, sorgte sich ein Aids-Opfer vor anonymer Kamera, »werde ich wohl keine Arbeit mehr kriegen.« Ein anderer Positiver befürchtete, auch seine Geschwister und Verwandten könnten »von der Polizei abgeholt werden«. Ein Dritter zeigte Angst vor »Berufsverbot, Wohnungsverlust und einer Art Getto«.

Mit ihrem rigorosen Programm will sich die bayrische Staatsregierung im Kampf gegen die Seuche an die Spitze stellen. Bewerber für den öffentlichen Dienst und Strafgefangene sollen zwangsuntersucht werden, Ausländer mit Test-Ergebnis HIV-positiv keine Aufenthaltsgenehmigung bekommen. Jeder »Ansteckungsverdächtige«, das kann einer mit 14 und einer mit 84 sein, soll nach Ermittlungen durch die Polizei oder aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung zwangsvorgeführt werden können. Staatssekretär Peter Gauweiler, im Strauß-Kabinett eine Art Hoher Kommissar für Hygiene und Hysterie: »Wir lassen niemand ungeschoren.«
[...]
Was sich CSU-Politiker im einzelnen darunter vorstellen, deuten sie in ihren Reden an. Infizierte und Kranke, schlug der CSU-Bundestagsabgeordnete Horst Seehofer vor, müßten künftig »in speziellen Heimen« gesammelt werden. Er sprach von »konzentrieren«, sein Parteifreund und neuer Bonner Staatssekretär Erich Riedl von »absondern«.

Zum Vokabular des Herrenmenschen griff Kultusminister Hans Zehetmair. Aids sei das Symptom einer maroden Gesellschaft, die gesellschaftlichen Randgruppen müßten jetzt »ausgedünnt werden«. Homosexualität gehöre in den »Randbereich der Entartung«. Zehetmair: »Das Umfeld der ethischen Werte muß wiederentdeckt werden, um diese Entartung auszudünnen.«
[...]
Als erste Behörde verlangt in München das Europäische Patentamt bei Neueinstellungen einen Testnachweis. Siemens will, sobald die Rechtsgrundlage geklärt ist, eiligst nachziehen - ganz im Sinne von Doktor Gauweiler, der den Unternehmen über »positive Vorgaben« verstärkt klarmachen will, wie sie »mit Infizierten umgehen sollten«.
[...]
Die Regenten im Freistaat stören sich an derartigen Einwänden nicht. Kultusminister Zehetmair geht es allein darum, die »Verkehrung gesellschaftlicher Werte« zu bekämpfen. Polizeiführer Gauweiler will »so viele Gruppen wie möglich der Testung zufahren«.

Quelle

Auch beim SWR können wir so einiges nachlesen:

Als die Aids-Epidemie in den 1980er Jahren auch in Deutschland zum Thema wird, löst das eine Angst-Debatte aus. Die deutsche Gesellschaft ist gespalten in der Antwort auf die Frage: Wie gehen wir um mit dieser tödlichen Seuche? Und wie mit schwulen Männern?

Aids-Infizierte in Lagern konzentrieren?

Horst Seehofer, damals Bundestagsabgeordneter für die CSU — von 1992 bis 1998 sogar Bundesgesundheitsminister — wird in der Presse mit dem Plan zitiert, er wolle HIV-Infizierte in speziellen Heimen konzentrieren.

Schwule werden noch stärker als bisher ausgegrenzt und angefeindet — der bayerische Schulminister Hans Zehetmaier erklärt öffentlich die „Widernatürlichkeit“ dieser sexuellen Orientierung und Innenstaatssekretär Peter Gauweiler warnt vor explosionsartigen Infektionszahlen, die schwule Männer zu verantworten hätten.

[...]
Immer massiver geht die Polizei gegen diese Randgruppen vor: Zivilstreifen werden vor Schwulenbars postiert, oder, wie Minister Zehetmaier es formuliert: „Dieser Rand muss dünner gemacht werden, dann muss ausgedünnt werden.“

Sein Kollege, Sozialminister Karl Hillermayer, versucht es mit Beschwichtigungen: „Diese so genannte Zwangsmaßnahmen sollen nur das äußerste Mittel sein, für einen begrenzten Teil von Unbelehrbaren, wo man einfach nicht anders vorgehen kann.“

Zwangsmaßnahmen gelten bis 2001

Die Bevölkerung ist gespalten — tolerante Stimmen mischen sich in den verängstigten Hass-Kanon. Trotzdem behalten die Zwangsmaßnahmen bis 2001 ihre Gültigkeit.

Quelle

Man kann nur froh und dankbar sein, dass heutzutage die Grundrechte einen noch viel höheren Stellenwert genießen, als sie es damals schon taten.

Sort:  

"Das haben wir schon immer so gemacht!"

@tipu curate

Interessanter Archiv-Fund. Es wurden wohl auch schon zu allen Zeiten Leuten mit Krankheiten bedacht, die man gerne "ausdünnen" wollte. Ich erinnere die 80er und Aids sehr gut. Wir haben da im Grunde drauf gepfiffen.

Diejenigen der Herrscherkaste, die sich an den Kriegen beteiligten, waren selbstverständlich Offiziere, bekamen besseres Essen, durften auf dem Pferd reiten und hielten sich bei den Kampfhandlungen eher im Hintergrund.

Das gilt nicht für alle Länder und alle Zeiten. Die Legitimation des Adels rührte genau daher. Der russische Adel hat im Vaterländischen Krieg gegen Napoleon an vorderster Front seinen Mann gestanden und einen hohen Blutzoll entrichtet. Nicht teilzunehmen, ohne Verwundung oder nicht im Sarg heimzukehren, galt als Schande. Dass die Herren es vorzogen, gut zu speisen (übrigens überwiegend auf eigene Kosten, genauso wie die Pferde und die Ausrüstung vom Adel selbst zu tragen waren), sei ihnen verziehen.

Wenn ich wüsste, dass ich morgen eine 50% Chance habe, von einem Bajonett aufgespießt zu werden, würde ich mir auch ne Flasche Schampus samt Meeresfrüchten gönnen, wenn ich es mir leisten könnte.

Leroy empfiehlt dem Ernst-Jünger-Fan als Anschauungsmaterial unbedingt die Lektüre von Krieg und Frieden des Anarchisten Lev Tolstoj. Das Bild passt ja perfekt dazu.

Krieg und Frieden ist rassistisch! Ordentliche Demokraten konsumieren sowas nicht, zumindest nicht ohne Beistand durch die Freiheitsschutzbehörden des Landes.

Und erst r cht nicht ohne !BEER

Also gut, wenn es der Herr von Linientreu so haben will.
Ist ja sogar kostenlos bei Apple:
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Ich frage mich allerdings wirklich für was es 1300 Seiten braucht.
Diese Russen sind scheinbar alle gleich.
War ja bei der Rosenbaum und ihrem Fountainhead und Atlas Shrugged auch so.
Kein Wunder, dass die ständig hungern mussten.
10% haben geschrieben und die restlichen 90% haben gelesen.
Für Landwirtschaft blieb da keine Zeit.

Wird Dir als Krieger gefallen. Gibt dem Ding 300 Seiten Chance. Ist nicht umsonst im Kanon.
Die 90% in Russland konnten übrigens gar nicht lesen bis Mitte der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts.

Im Ersten Weltkrieg sind auch eine Menge Adeliger gestorben, sowohl auf Österreichischer/Deutscher Seite, als auch bei den Engländern. Für die Franzosen halte ich meine Hand allerdings nicht ins Feuer.

Anarchisten?
Waren das nicht die, die damals das Loch in die Ozonschicht rein gemacht haben.

Ja, das stimmt, das weiß aber kaum einer. Ich wundere mich auch, wie Du an die Info gekommen bist, aber gut. Lassen wir das hier mal.
Jedenfalls ist das Ozonloch ja wieder zugemacht worden, weil wir jetzt FCKW-freie Schuhsprays verwenden.

Warte nur wenn sie ihnen draufkommen, dass sie auch noch den Krebs in die Zigaretten getan haben.

Die hätten das Ozonloch ruhig auflassen können, da hätte die Erderwärmung wenigstens einen vernünftigen Abzug gehabt! Keine gute Tat bleibt unbestraft.

Für den Abzug ist die Thermosphäre zuständig.

Thermosphäre, Thermoskanne... Was soll ich denn machen? Das verdammte Ozonloch mit meinem eigenen Daumen zuhalten? Alles #GruenerMist. 🤣


Hey @leroy.linientreu, here is a little bit of BEER from @indextrader24 for you. Enjoy it!

Do you want to win SOME BEER together with your friends and draw the BEERKING.

wirkt echt befremdlich aber aktuelles Geschehen ist wohl immer nur der aktuellste Stand der Dummheit. Heute gehört dass Afghanistan wieder en vouge ist

Klingt krass, und war es auch - für HIV-positive.
Der Unterschied ist, dass heute völlig GESUNDE ausgegrenzt werden, nur weil sie sich einer experimentellen Therapie widersetzen!

Naja, die entsprechenden Gruppen wurden ja auch zwangsweise zum Test vorgeführt, obwohl überhaupt nicht fest stand, ob sie krank oder besser gesagt positiv sind.
Die Aussagen würden heute auf jeden Fall als Volksverhetzung gelten.
Komisch, dass die Aussagen Seehofers kein Gegner aus den Hut zaubert.

Finde ich auch seltsam. Wenn ein AfD- oder FPÖ-Politiker vor 20 Jahren mal Paintball gespielt hat, oder dem Falschen die Hand geschüttelt hat, wirft man ihm das 100%ig vor.

Kommt immer darauf an, ob es gerade passt oder nicht.
Möglicherweise zieht man solche Aussagen oder z.B. Bilder mit dem falschen Faschingskostüm erst aus dem Hut, wenn jemand den “richtigen” Weg verlässt.

Das hier stammt aus dem Jahr 2017, John Hopkins Universität- The SPARS Pandemic.
Sehr interessant:
https://www.centerforhealthsecurity.org/our-work/Center-projects/completed-projects/spars-pandemic-scenario.html

Die Wähler bekommen das, was sie sich redlich verdient haben.

Also alles wie immer.

Sogar die Politiker sind z.T. die selben.
Fauci war damals schon der große “Star” und Seehofer haben wir ja auch immer noch.