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Staatsversagen! Einself! ;o)

Ja, kann man so sagen ;)

Mir persönlich fehlen hier immer die Lösungsvorschläge, aber anscheinend reicht das Meckern an sich den meisten Zuhörern schon, was mich persönlich doch sehr wundert.

wenn es so einfach wäre ... ;-)

Danke, ich werde mir das auf jeden Fall anschauen. Aber eine Auflösung des Staates ohne vorherige Erfindung eines Energie zu Materie Umwandlers mit unendlicher Energiequelle halte ich für nicht machbar solange man nicht in einer Dystopie enden will.
Unternehmen würden sich zu Syndikaten mit schier endloser Macht zusammenschließen und durch Mangel die Menschen in ihre Privatarmeen drängen, was einen Kampf um Rohstoffe eskalieren ließe. Erst muss also eine Beseitigung des Mangels vollzogen werden, eben durch einen Energie zu Materie Umwandler beispielsweise.

@sabih

Du sitzt da einem Annahmefehler auf. Deine Annahme ist nämlich, so wie ich es aus dem Text herauslese, daß der Staat die Konzerne kontrolliert. Genau das ist aber falsch. Staat und Konzerne arbeiten in Wirklichkeithkeitkeit heute zusammen. Du unterstellst hingegen, daß der Staat gegen die Unternehmen agiert. Nichts ist falscher als das. Der Staat hilft den Unternehmen bei der Ausbeutung.

Oliver Janich: Sicher ohne Staat - Wie eine natürliche Rechtsordnung ohne Gewaltmonopol funktioniert

Andersherum wird ein Schuh draus. Diese Syndikate, die es heute ja bereits gibt, hätten ohne Staat keine Möglichkeit, ihre Lobbyisten zum Gesetzgeber zu schicken, und diesen Gesetze in ihrem Sinne machen zu lassen.

Auch die Annahme, daß irgendwelche Unternehmen Leute vorbeischicken würden, die einem die Solarpanele zerdeppern resultiert aus der selben Fehlannahme. Welcher Gewinn wäre dadurch zu erzielen? Da es keinen Staat gäbe, könnte ja jeder eine Firma gründen, die Sicherheitskräfte dafür bezahlt, die Solarpanele zu bewachen. Andere würden sich darauf spezialisieren, Versicherungen für Solarpanele zu verkaufen. Diese Szenarien, die Du da projizierst, sind nur möglich, wenn es einen Gewaltmonopolisten gibt.

Und hier liegt das Problem, das ich mit dem genannten Buch[1] habe: Es wird immer einen Gewaltmonopolisten geben, denn wenn der weg ist, dann gibt es mehrere Anwärter auf das Gewaltmonopol. Dieses Zustand nennt man landläufig "Krieg". Um eine Privatrechtsgesellschaft durchzusetzen bräuchte man

  • entweder einen Gewaltmonopolisten, der eine solche Ordnung einführt, was unlogisch wäre, weil er dann ja sein Gewaltmonopol freiwillig aus der Hand geben müßte,
  • oder eine höhere Einsicht, die alle Menschen gleichzeitig befällt.
Beides ist gleichermaßen unrealistisch. Und wer Schwierigkeiten hat, sich das vorzustellen, der kann ja mal nach Libyen schauen. Dort ist der Staat beseitigt worden. Wie kann man nun eine Privatrechtsgesellschaft daraus machen? Eben. Gar nicht. Da müßte man die Parteien, die um die Macht kämpfen, davon überzeugen, daß eine solche Gesellschaft besser für alle wäre, und das wiederum würde voraussetzen, daß keiner mehr Waffen und Munition dort hin liefert. Und selbst dann hätte man keine Privatrechtsordnung, sondern Zustände wie in der Steinzeit.


[1] Oliver Janich: »Sicher ohne Staat«

Danke für deine sehr ausführliche Antwort und die Denkanstöße. Ich bin mir darüber sehr wohl bewusst, dass der Staat und die Wirtschaft Hand in Hand gehen. Nicht umsonst reist eine Wirtschaftsdelegation bei Staatsreisen mit. Aber das ist doch noch was anderes und du beschreibst das sehr gut, nämlich das Gewaltmonopol.

aber der Staat verhindert ja mit Patenten und Steuern, dass wir günstig an Energie kommen...

Unternehmen verkaufen immer zum teuersten möglichen Preis und wenn möglich wird ein größtmöglicher Mangel erstellt. Diese Kombination wird zu einer Katastrophe führen, sobald die wenige Kontrolle, die noch vorherrscht, auch wegfällt.
Deine Annahme basiert darauf, dass Produkte günstiger werden wenn die Kosten günstiger werden. Das ist aber nicht das Prinzip der Marktwirtschaft.

Sicherlich würde Energie günstiger werden, dürfte jeder seinen eigenen Strom generieren. In einer Abschaffung des Staates aber würde ein Stromsyndikat mit einer Privatarmee deine Solarpaneele aber einfach zerstören. Reicht das nicht, setzt man einfach ein Kopfgeld auf dich aus. Alternativ ist das Energiesyndikat bereits mit dem Lebensmittelsyndikat fusioniert und sperrt dir den Zugang zu Nahrung.

Michael Maier: Die Plünderung der Welt - Wie die Finanz-Eliten unsere Enteignung planen
@sabih

Die verkaufen deswegen zum möglichst teuersten Preis, weil der Staat sie bei der Monopolbildung unterstützt. Wenn Nestlé das Wasser in Pakistan zu überteuerten Preisen verkauft, dann deswegen weil es keine Konkurrenz gibt. Und die gibt es nicht deswegen nicht, weil Nestlé böse ist, sondern weil der Staat eine Konzession dafür gesetzlich verordnet, und die kriegt eben nur Nestlé. Auf einem freien Markt müßte Nestlé die überall entstehende Konkurrenz eigenmächtig beseitigen, indem es deren Anlagen sabotiert. Ausgeschlossen ist das nicht, aber erstens geschieht das ja auch heute schon, und zweitens könnte man sich dagegen versichern - was im Gegensatz zu heute nicht möglich ist, weil auch Versicherungen sich an staatliche Richtlinien halten müssen, weil sonst der Knüppel kommt.