Exploring Lübeck

in #deutsch2 years ago

Am Sonntag hat es mich nach Lübeck verschlagen, endlich Zeit um ein neues Equipment zu testen und über eine neue art der Entdeckungsreisen zu sprechen. Das Wetter versprach zwar nicht viel, aber lest selbst was dabei heraus gekommen ist.

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Zuerst einmal wurden ein paar Stullen geschmiert, die Fotorucksäcke gepackt und die Coffee2Go Becher befüllt. Ungefähr 2,5 Stunden Fahrt lagen vor uns, genug Zeit für den großen Kaffeebecher (und einige Pinkelpausen) Dort angekommen wurde erst einmal Ausschau gehalten nach unserem Transportmittel. Denn, am Freitag in Hannover haben wir bereits getestet wie es ist mit einem E-Scooter die Stadt zu erkunden.

Mittlerweile gibt es in vielen großen Städten Sharingdienste für E-Scooter. Schon seit die ersten grünen Lime-Scooter in Hannover herumstanden war mein Interesse geweckt. Zum austesten fehlte mir mittlerweile immer der Bedarf und ich hatte keine Lust erst eine App zu installieren um dann (wie ich dachte) horrendes Geld dafür zu bezahlen.

In Lübeck gibt es Lime und Voi. als Anbieter. Da Lime mit bis zu 0,25€ pro Minute und 1€ Mietgebühr recht teuer ist entschieden wir uns für voi. (0,19€/min + 0,99 Mietgebühr) Am Ende buchten wir einen Tagespass für 4,99€ der seine Tücken hat, dazu mehr später.

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Also rauf auf den Scooter und los. Per Scooter die Stadt zu erkunden bietet nämlich echt Vorteile: Man ist ziemlich schnell unterwegs von Punkt A nach B und schnurzt mit 20 km/h durch die Stadt, über Straßen und Radwege, ggf. wo es erlaubt ist auch durch Fußgängerzonen. Somit erschließen sich auch Gebiete, die man eventuell zu Fuß nicht begangen hätte - jeder kennt es, man hofft auf etwas cooles, latscht die Straße rauf und ärgert sich unter umständen das es doch nicht so cool ist und muss zurück laufen. Mit dem Scooter kaum ein Problem, schnell zurück gefahren und weiter.

Die Reichweite bei den Dingern ist ausgesprochen akzeptabel - der Akkustand war bei 70%, wir waren von 11:30 Uhr bis ca. 17:00 Uhr unterwegs und haben die Scooter mit 25-30% wieder abgestellt. Das freischalten eines Scooters ist auch super-einfach: Nachdem man eine App des Anbieters installiert hat, Daten wie Mail und Name und Paypal angegeben hat kann man mittels QR Code den Scooter vor Ort entsperren. Schon kann es los gehen. In der App zu sehen ist eine Map, dort gibt es Parkverbotszonen in denen man den Scooter nicht abstellen darf. Ist man fertig mit fahren sperrt man den Scooter wieder mittels app und bekommt seine Abrechnung.

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Ein weiteres cooles Foto-Gadget habe ich am Freitag erstanden - schon länger habe ich mit dem Capture Clip von Peak Deign geliebäugelt. Um die 60€ waren mir aber eigentlich immer zu teuer. Die Frau wollte am Freitag aber noch unbedingt so ein Teil und fragte ob ich auch eins möchte - naja, da kann ich dann ja schlecht nein sagen, oder?

Das System ist für 60€ erschreckend einfach: Man befestigt sich mittels zwei Schrauben diesen Clip an den Schultergurten des Rucksacks, eine Arca Swiss kompatible spezialplatte kommt unter die Kamera in das ¼" Gewinde und nun lässt sich die Kamera an den Schultergurt in Brusthöhe einclippen. Somit ist man immer Fotografierbereit. Anfangs war ich etwas schissig was Scooter fahren mit Kamera vor der Brust angeht, jedoch sitzt das Ding bombenfest. Enormer vorteil gegenüber einem Schultergurt: es baumelt nix und man hat trotzdem die Hände frei.

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Wie man sieht ist man zwar etwas limitiert bezüglich der Breite und dicke der Schultergurte, aber mit etwas Paracord lässt sich das Problem lösen. Und ich denke bei meinem 511 Rush 72 ist auch langsam das Extremmaß an Schultergurten erreicht. Schlussendlich bin ich echt froh nun dieses Ding zu haben - hoher Preis hin oder her. Eine bessere Art die Kamera zu befestigen hab ich noch nirgendwo gesehen.

So ging es also den ganzen Tag durch Lübeck und zum Schluss noch schnell ins benachbarte Travemünde, auch dort - da es zu Lübeck gehört - per E-Scooter.

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Dort musste ich die "Passat" sehen auf der ich vor knappen 30 Jahren mal übernachtet habe. Allerdings - bin ich mir nicht sicher ob das Schiff damals nicht doch eher in Lübeck statt in Travemünde gelegen hat. Auch sehenswert ist das "Maritim", ein so häßlicher Hotelklotz das er schon fast wieder schön ist. Dieses Hochhaus überragt alles im Umkreis von zig Kilometern.

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Fast vergessen habe ich nun den kleinen Haken den es beim Tagespass gab. Und zwar hat man mit dem Tagespass für 4,99 € zwar den ganzen Tag die Möglichkeit einen Scooter zu nehmen, jedoch ist das ganze auf 45 Minuten pro Fahrt limitiert. Das bedeutet in der Praxis das man nach 45 Minuten drauf zahlt, es sei denn man beendet die Fahrt kurz und startet eine neue, was auch mit dem gleich Scooter sein kann. Allerdings aufpassen: Parken in einer Parkverbotszone kostet 25€.

Nichts desto Trotz macht es riesigen Spaß mit den E-Scootern durch die City zu düsen, mit dem Tagespass auch preislich okay. Wer allerdings über den normalen Minutenpreis bucht kommt schnell auf 15-20 € am Tag - da lohnt schon fast ein eigener, da kann man sich nämlich die Farbe aussuchen ;-)

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