Die Schatzinsel

in #deutsch2 months ago

war das Ziel der Hispaniola. Die Absicht der Piraten war klar: den Schatz heben, aufteilen und als reiche Männer den Rest des Lebens mit Tabak, Rum und schönen Frauen genießen! Da war man sich insgeheim aber nur teilweise einig, denn Kapitän Flint hat vom Teilen nur wenig gehalten, genau wie John Silver, der einbeinige Schiffskoch. Auf das Leben der Besatzung kam es keinem der beiden an, man konnte diese unnötigen Fresser aber noch nicht beseitigen, denn zum Segeln der Hispaniola war eine Mannschaft nötig.

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Und ein Teil dieser Mannschaft war ja schon John Silver zum Opfer gefallen! So segelte denn die Hispaniola an Indien vorbei gegen den Horizont im Süden. Nur Flint hat gewusst, wo die Schatzinsel zu finden war, den Schatz selber konnte nur Silver finden, denn der hatte die Karte. Das hat jeder der beiden gewusst und so konnten sie sich auch nicht gegenseitig umbringen, was ihnen sonst aber absolut nicht schwer gefallen wäre. Denn Freunde waren sie nicht.

Silver hatte an Bord überhaupt keine Freunde, denn der Fraß, den der Schiffskoch den Matrosen und dem Kapitän auftischte war.....ein Fraß eben ! Wenn die anderen aber geschlafen haben, dann hat er richtig aufgekocht: Leberknödelsuppe, Schweinsbraten und als Nachspeise Sachertorte mit Schlagobers. Dazu Most aus dem Großen Vicht und gegen die tierischen Fette ein Stamperl „Schwarze Lacke“. Davon hat aber niemand etwas gewusst.
Der Plan Gottes war es dann aber, dass keiner der Hispaniola Besatzung mehr teilen oder den anderen umbringen musste.

Das erledigte eine ungeheuer große Krake, die den Dreimaster zuerst zerquetscht und dann in die schwarze Tiefe des Ozeans hinunter gezogen hat. Vom Schiff ist nur ein Teil der Deckplanken übriggeblieben und daran hat sich in Todesangst ein schockiertes Menschlein geklammert: Robinson Crusoe! Das Schicksal hatte es gut mit ihm gemeint, denn er wurde nach wenigen Tagen total erschöpft an Land gespült. Zusammen mit einem aufgeweichten Fetzen Papier. Er hätte sich niemals träumen lassen, dass er hier sieben Jahre verbringen würde - in ständiger Gefahr gefressen zu werden.

Mehr hätte ihm die Riesenkrake auch nicht antun können, schneller wärs halt gegangen. Bobby fragte nun Robinson, wo er denn den besagten Papierfetzen habe. Ein wenig verlegen kramte ihn Robinson hervor, denn es war die Schatzkarte, die Silver ausgelassen hatte, als ihm die Krake das zweite Bein abgebissen hatte. „Na das ist ein Zufall !“ hat Bobby gerufen, „Das ist ja die Menschenfresserinsel! Hier muss auch der Schatz liegen!“

Bobby hatte soviel geografisches Gespür, dass er die Umrisse der Insel sofort erkannte. Robinson war verblüfft, er hatte praktisch sieben Jahre auf einem Schatz gesessen, ohne es zu ahnen! Aber, wenn er ihn auch gefunden hätte, was hätte ihm das schon genützt ?
So beschlossen die drei, zur Insel zurückzukehren und den Schatz zu heben. Der Menschenfresser würde man schon Herr werden, ein paar Flascherl von dem Nitroglycerinum waren ja auch noch da. Das Ende der Welt konnte man immer noch suchen, das würde schon nicht davon laufen! Die Bismarck wendete und nahm bei gutem Wind wieder Kurs auf die Schatzinsel.

So, kleine Freunde, wenn`s euch nicht zu fad ist, dann erfahrt ihr morgen, wie die Geschichte weiter gegangen ist. Jetzt aber gute Nacht!