Riester-Rentner Manfred

in Deutsch D-A-CH4 years ago (edited)

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Der @der-prophet hat unter dem Link https://peakd.com/hive-167922/@der-prophet/wie-ein-fliesenleger-die-riester-rente-erfindet-und-millionen-sparer-um-ihr-geld-bringt auf den Mißstand der Riester-Rente in Deutschland hingewiesen. Das ist alles sehr haarsträubend.

Im Artikel ist von Rentner Manfred die Rede:

Ein besonders schockierendes Beispiel ist der bald-Rentner Manfred Siebert. Seit 2002 zahlt er monatlich 162 Euro in die Riester-Rente ein. Seine Sparkasse rechnete ihm damals vor, er bekomme im Ruhestand monatlich 320 Euro ausgezahlt. Laut aktuellem Bescheid schrumpfte dieser Betrag auf 78 Euro. Zitiert wird die Sparkasse so: Die damaligen Beträge seien eine "Musterrechnung" gewesen.

Ich habe das mal eben kurz durchgerechnet.

Wenn der Manfred 19 Jahre lang monatlich 162 € eingezahlt hat und eine angenommene Rendite von 2% (schon unter Abzug der laufenden Kosten) erwirtschaften konnte und 2000 € Abschlussprovision zu zahlen hatte, dann müsste sein Endkapital ca. 42.150 € betragen.

Wenn er dann 65 Jahre alt ist und statistisch gesehen noch 14,5 Jahre lebt, dann müsste bei gleicher Verzinsung seine monatliche Entnahme 298 € betragen, wenn wir davon ausgehen, dass die 42.150 € aufgezehrt werden. Selbst wenn das Sparkapital sich nicht mehr verzinst, wären es immer noch 242 €.

Da die Versicherung ihm allerdings nur 78 € auszahlen will, ist demnach die Verzinsung negativ, bzw. die Gebühren extrem hoch. Auch das können wir rückrechnen.

Bei seiner statistisch zu erwartenden Lebenszeit und der Monatsrate von 78 € (bei Kapitalverzehr) benötigt er ein Kapital von 11.800 € (bei 2% Verzinsung).

Da er aber 19 Jahre lang 162 € pro Monat eingezahlt hat (was 36.936 € entspricht), dürfen wir, ohne Angst vor dem Staatsanwalt haben zu müssen, von Beschiss sprechen.

Wenn dann noch staatliche Förderung in den Vertrag eingezahlt worden ist, wird die Rechnung ja noch ungünstiger für Manfred.

Wie soll das aufgehen?

ETF

Hätte Manfred sein Geld in einen ETF auf den S&P 500 angelegt, so wären daraus ca. 93.000 € inkl. Dividenden geworden (8,6% p.a. von 08/2002-08/2021). Daraus hätte er sich bei gleicher Rendite und Kapitalverzehr 939 € pro Monat gönnen dürfen.

Ein Hoch auf die staatlich regulierte Altersvorsorge!

Wer noch bei Sinnen ist, erledigt das selbst und schreibt die Zwangsbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung als nutzlose Marketingkosten der Versicherungsfirma Bundesrepublik Deutschland ab.

Update:

@stehaller hat darauf hingewiesen, dass die Versicherer mit einer höheren Lebenserwartung rechnen als dem statistischen Durchschnitt.

Kurz gerechnet:
Bei 78 € pro Monat Entnahme und einem Anfangskapital was den eingezahlten Beträgen entspricht und einer angenommenen Nullverzinsung (bei vorausgesetztem Kapitalverzehr), würde Manfred 40 Jahre lang Rente bekommen. Wäre dann entsprechend 105 Jahre alt.

Setzen wir die 42.150 € und eine 2%ige Verzinsung in die Formel ein, müsste Manfred 180 Jahre alt werden, um den Kapitalverzehr noch erleben zu dürfen.

Nun weiß ich auch, warum die im Sozialsystem versicherten Menschen immer länger arbeiten müssen. Wer so alt wird, der kann ruhig für die Gemeinschaft noch ein paar Jährchen auf die Schippe legen.

Sort:  

Ist schon lange bekannt, bin mit Glück damals nicht drauf rein gefallen, als es noch nicht bekannt war.

Das staatliche Rentensystem in Deutschland ist insgesamt eine betrügerische Enteignungsmaschine zur Umverteilung von Fleißig nach Faul. Riester setzt dem Ganzen nur die Krone auf.
Ich war, obwohl damals naiv, klug genug dem Versicherungsvertreter den Finger zu zeigen, als ich herausfand, dass die Riesterrente nur in Deutschland ausgezahlt wird. Das ist die Oberfrechheit, von der die meisten gar nichts wissen. Wenn Du in Spanien oder Polen Quartier aufschlägst im Alter, erhältst Du: NULL.
Wenn das mal kein Deal ist.

Krass. Das wusste ich auch nicht

Posted using Dapplr

Sehr interessant deine Berechnung. Ich glaube das Video von der Anstalt unter meinem Post erklärt es auch noch mal sehr einleuchtend wie das ganze System funktioniert.

Ich denke mal das es bei der Rürup-rente und betriebliche Altersvorsorge ähnlich ist.

Toller Post von dir!

Die betriebliche Altersvorsorge ist das einzig sinnvolle von all den staatlich geförderten Maßnahmen.
Vorausgesetzt man hat den richtigen Partner.
Die meisten Handwerksverbände in Bayern haben den Münchner Verein als Partner.
Ein genossenschaftliches Unternehmen, dass es seit über 150 Jahren gibt.
Kaum Verwaltungskosten.
Bei den Schreinern bekommt man z.B. tariflich 50€ vom Arbeitgeber und muss selbst überhaupt nichts einzahlen.
Zahlt man selbst ein, dann senkt man dadurch seinen Bruttolohn, zahlt also durch die Steuer- und Sozialversicherungsersparnis in Wirklichkeit deutlich weniger, als auf dem Konto landet.
Ich hab die Zahlen nicht mehr genau im Kopf, aber für 100€ Einzahlung im Monat muss man selbst nur etwa 30€ aufbringen.

Nachtrag

Hier ein Berechnungsbeispiel:

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Zumindest die geschenkten 50€ sollte man mitnehmen, falls es der Tarifvertrag hergibt.

Ja in das selbe System welches du beschreibst habe ich auch ein paae jahre eingezahlt.

Bei mir wurde es über die generali Versicherung verwaltet und mir versprochen das es das beste Steuersparsystem ist.

Mittlerweile bin ich da auch nicht mehr von überzeugt!

Zumal die Inflation sowieso die Kaufkraft auffrisst.

Hier die Anstalt erklärt es sehr gut...

Posted Using LeoFinance Beta

Wenn mich 150€ nur 51.71€ kosten kann die Inflation ruhig etwas auffressen.

Nagut die 50€ waren bei mir ein Extra Vertrag und bei mir wurden im zweiten Vertrag 100€ vom Brutto umgewandelt und in den Vertrag eingezahlt.

Was du vergisst das die 100€ zwar nur 51€ vom Lohn Steuerfrei eigentlich kosten... am Anfang der einzahlungsperiode.

Wenn du Rentner bist werden die 100€ voll versteuert inklusive Sozialleistungen. Am Anfang spart man Steuern in der rente zahlt man diese eben nach!

Ausserdem wenn ich mal überschlage...

Ich bin jetzt 40 Jahre wenn ich in diesem Jahr also 100€ monatlich anlege also hätte ich dieses Jahr 1200 eingezahlt. Bei nur 2% Inflation und noch 25 Jahre bis zur fiktiven Rente ergibt das nur für dieses Jahr ein Kaufkraft Verlust von 50%. ( 25 Jahre x2% Inflation =50% verlust)

Da bleibe ich lieber bei Kryptowährungen! Bitcoin schaffte dieses Jahr fast 300% Wert Zuwachs und einige coin habe ich gekauft die sogar Bitcoin um 100% outperformt haben.

Wenn man fürs Alter vorsorgen will braucht man Asset das die Inflation outperformen. Laut Presse hatten wir letzten Monat eine offizielle Inflation von 4%.

Und wie hoch die Gebühren für die Verwaltung solcher betrieblichen Altersvorsorge ist ,ist auch nicht wirklich transparent.

Wenn Du glaubst, dass es in 40 Jahren noch Bitcoin etc. gibt.
Irgendwann fällt jedes Pyramidensystem in sich zusammen.
Bitcoin ist ganz sicher kein Asset.
Ganz einfach deshalb, weil es für niemanden eine Verbindlichkeit darstellt.
Es gibt real assets (Häuser, Rohstoffe, Land), diese kann man Netto haben und diese haben einen reellen Nutzen.
Es gibt financial assets. Diese kann man eben nicht Netto haben, da sie immer gleichzeitig eine Verbindlichkeit für den Emittenten darstellen.
Bitcoin ist weder das eine noch das andere.

Stimmt irgendwann bricht jedes Pyramidensystem! Aber ob Bitcoin eins ist wissen wir erst in der Zukunft.

Ich weiß aber schon das unser Rentenpyramidensystem gerade zusammen bricht, auch die Betriebliche Altersversorgung. Immer weniger Einzahler und welche an der Spitze der Pyramide die ihr Geld haben wollen.

Und ich weiß auch das ich in den letzten 40 Jahren zwei Fiatwährungsreformen mit erlebt habe.

Von DDR Mark zur DMark und von der DMark zum Euro.

Kannst du mir sagen ob der Euro 40 Jähriges Jubiläum feiern wird?

Ps. Bei Bitcoin und Co gibt es dann eine Wert wenn jemand darin einen Wert erkennt.

Anscheinend wirst du zu den Corona Pandemie verlieren gehören?

Mit freundlichen Grüßen Daniel

Posted Using LeoFinance Beta

DervReturn ob Investment ist bei der gesetzlichen Rentenversicherung noch schlechter. Ist halt kein Kapitalgedeckten System.

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You need to stake more BEER (24 staked BEER allows you to call BEER one time per day)

Das Problem bei all diesen Verträgen ist, dass in den ersten Jahren nur ein geringer Prozentsatz des Beitrages überhaupt zu Gunsten des Kunden angelegt wird. Der größte Teil geht auf das Konto des Anbieters, um die Kosten zu decken. Hinzu kommt noch, dass die Versicherungen eine viel höhere Lebenserwartung annehmen.
Riester war ein Geschenk an die Versicherungswirtschaft, sonst nichts.

ganz offensichtlich

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Auch mich hat man damals versucht zu bequatschen, das so eine Riesteranlage doch des Beste überhaupt wäre usw. Zum Glück war ich da schon mißtrauisch genug gegenüber Banken und Versicherungen, und Politikergeschwafel sowieso.
Mich hat sogar damals meine Bank angerufen. Die hatten doch ernsthaft die Kontostände der Girokonten (ich hatte da grade ein paar tausend Euro drauf) durchkämmt, und erzählten mir am Telefon, das Geld könne doch nicht einfach so da rumliegen und ch solle doch ganz dringend bei ihnen vorbeikommen und das zinsbringend anlegen.
Ich weis nicht recht warum, aber viele Leute glauben, ich wäre ein Idiot den man nach Belieben verarschen kann. Aber zumindest die Bankfritzen wissen es seitdem besser. Nach der Ansprache von mir haben die mich nie wieder angerufen, in den vergangenen 20 Jahren. :)

sinn hinter riester ist den menschen geziehlt in die altersarmut zu treiben... kenne mich bestens mit diesen produkten aus...bei intresse gerne pm