Angeblich dreht sich die Epigenetik eher um genetische Subroutinen, die nur unter bestimmten Umständen greifen. Manche Menschen haben wohl eine erbgutsmäßige Neigung zur Gewalt, die aber erst durch traumatische Erfahrungen Ausdruck finden kann, aber nicht zwangläufig muss. Meinetwegen durch Missbrauch. Hier behaupteten dann andere, dass die Betroffenen ohne Trauma sogar friedlicher wären als die Normalbevölkerung.
Gemutmaßt glaube ich, dass es im bevölkerungsmäßigen Schwarmverhalten auch gewisse Notfallprogramme geben wird. Oder eben gesellschaftliche Tendenzen, die in Friedenszeiten weitestgehend unter dem zivilisatorischen Zuckerguss schlummern, aber dann im Zuge einer Krise durch die Oberfläche brechen können. Winston Churchill meinte mal sinngemäß, dass man die Deutschen entweder vor den Füßen oder am Hals hätte.
Im Bezug auf das Hauptthema: Nett und weltoffen zu sein ist leicht, so lange man genug hat. Aber wenn es um die Wurst geht hört der Spaß schnell auf. Das gesagt, meiner persönlichen Erfahrung nach wirken viele vermeintliche Idealisten ziemlich scheinheilig und tönen zwar vom Altruismus, aber in der Realität bleibt man unter sich und mag nicht mal beim Umzug helfen. Da ist Meinung eher nur soziales Kapital als ernst gemeinte Überzeugung.
Manchmal hört man in den Zwischentönen dann doch die Wahrheit. So wie bei Kelly Osbourne, einem der Wohlstandskinder von Ozzy Osbourne, die im Laufe einer Migrationsdebatte besorgt fragte wer denn ohne die Mexikaner die Toiletten putzen würde.