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RE: Malchow – Inselstadt zwischen Geschichte, Natur & Vanlife | Malchow – An Island Town Between History, Nature & Vanlife (de/en) #53

in Worldmappinlast year

Es kommt einem behaglichen Gefühl recht nahe, sich sicher sein zu können, mit dir einen außerparlamentarischen Reiseführer im Zirkel der Auserwählten zu haben, der mir Orte und Landschaften auf dem digitalen Tablett serviert, die ich wohl nie live und in Farbe erkunden werde. Ich schaffte es nämlich bislang nicht einmal bis Sarajevo (nach dem Krieg), wo der Magnet versteckt zu sein scheint, der mich unentwegt anzieht. Die Ursachenforschung kann rasch als abgeschlossen erklärt werden, wenn ich am frühen Morgen in die Gesichter der Tiere blicke, die sich in unserer Obhut recht sicher fühlen. In jener Zeit, als ich Meck-Pomm noch innerdeutsch hätte bewundern können, haben wohl Angela Merkel und Egon Krenz noch ihre Fußsohlen nach langen FDJ-Märschen im Malchower See abgekühlt. Deine Stadtführung legt nahe, dass beide nicht vor Ort anzutreffen waren, da sie inzwischen die Füße in trockenen Tüchern verstecken. Schon fast als traditioneller Höhepunkt deiner Reisebeschreibung anzusehen – die Vorstellung des reichlich gefüllten Tellers. „Knuspriges“ Schnitzel! Wie lange ist noch bis Weihnachten? Oder haben Hänsel und Gretel das Gasthaus oftmals angesteuert? Doch auch hier ist auf dich Verlass. Ein paniertes Schnitzel, das man mit einer Ladung Champignons und Bratkartoffeln auf dem platt gklopften Bauch in den kulinarischen Adelsstand erhob. Wieder ein Augenblick, in dem mir bewusst wird, vor Neidgefühlen nicht gänzlich gefeit zu sein.😉

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Deine Worte lesen sich wie ein literarischer Spaziergang – irgendwo zwischen Tiefgang, Augenzwinkern und melancholischer Fernwehpoesie. Wenn ich dir mit meinen kleinen Reiseetappen auf dem digitalen Serviertablett ein Stückchen Welt nach Hause bringen darf, dann erfüllt mich das fast ein bisschen mit Stolz. Auch wenn ich natürlich keinen Anspruch auf einen Reiseführer-Status im "Zirkel der Auserwählten" erhebe – den Titel trage ich jetzt trotzdem mit einem Lächeln im Herzen. 😊
Dass du morgens in tierische Augen blickst, die sich in deiner Nähe sicher fühlen, ist wohl der schönste Grund, warum Sarajevo noch warten muss. Und wer weiß – vielleicht steckt ja auch in diesen Blicken jener Magnet, der dich gar nicht loslässt.
Die Vorstellung von Merkel und Krenz, wie sie sich nach FDJ-Märschen im Malchower See die Füße kühlen, hat mir tatsächlich ein leises Lachen entlockt. Ich kann dir versichern: Bei meinem Besuch war keiner der beiden zugegen – obwohl das Schnitzel vermutlich sogar höchste politische Ebenen zufriedenstellen würde. 😄
Was Hänsel und Gretel angeht: Ich glaube, auch sie wären hängengeblieben – spätestens bei den Bratkartoffeln. Ich jedenfalls bin’s. Und wenn es dir ein klitzekleines bisschen den Appetit oder das Fernweh geweckt hat – dann habe ich mein Ziel erreicht.
Bleib neugierig – und wer weiß: Vielleicht serviere ich dir beim nächsten Mal einen digitalen Kaiserschmarrn mit Ausblick auf ein verschneites Bergdorf.

Eine Antwort, die (ähnlich einem Passepartout) das Bild des unterhaltsamen Austauschs mit dir in der Hinterkopfgalerie nicht lediglich aufwertet, sondern zum Publikumsmagneten werden lässt.

Wenn unser kleiner Dialog es bis in deine Hinterkopfgalerie geschafft hat – noch dazu als Publikumsmagnet –, dann hänge ich mit Freuden ein imaginäres „Gerahmt mit Herz“ darunter. 😊
Es ist doch schön, wenn Worte nicht nur gelesen, sondern weitergedacht und -gefühlt werden. Vielleicht sind genau solche Austausche das, was man in Ausstellungen der leisen Töne und gedanklichen Umwege ausstellen sollte.
Ich jedenfalls freue mich, ein Teil deiner inneren Wanderausstellung zu sein – irgendwo zwischen Fernweh, Gedankenpfaden und geteilten Momenten.


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