Äh, nein.
Du hast insofern Recht, als dass man das Wissen, das durch die Wissenschaft erarbeitet wurde/wird, nicht für 100% sicher halten darf. Wissenschaft ist eine Methode zur systematischen Annäherung an die Wahrheit, sie produziert nicht die Wahrheit selbst.
ABER das heißt eben noch lange nicht, dass alles komplett beliebig ist, und ein sich selbst zusammen gereimtes Weltbild aus logischer Sicht gleichwertig wäre. Der wissenschaftliche Konsens ist ja nichts, was sich irgend wer aus dem Finger saugt, sondern die systematisch erworbene beste (=wahrscheinlichste) Annäherung an eine Tatsache. Auf dein Beispiel umgemünzt: Wenn du behaupten willst, dass Viren nicht existieren, genügt es nicht, das einfach zu behaupten. Du musst dann ein Erklärungsmodell für 100.000 Phänomene aufbauen, die momentan durch die Existenz von Viren erklärt werden, und dieses muss in sich so schlüssig sein, dass es wahrscheinlicher ist als das aktuelle. DANN erst würde der Vollzug eines Paradigmenwechsel logisch betrachtet Sinn machen. Viel Spaß dabei.
Dasselbe gilt für Covid-19. Wenn du behaupten willst, die Krankheit würde nicht ursächlich durch den sars-cov2 Virus ausgelöst werden, musst du ein besseres Erklärungsmodell liefern. Ich habe schon allerlei Bullshit gelesen, von 5G über "ohne Virus erkranken die genauso" usw., und habe noch nichts gesehen, was auch nur im Entferntesten als haltbar bezeichnet werden könnte. Und solange das so ist, ist sars-cov2 logisch betrachtet die mit Abstand beste (=wahrscheinlichste) Erklärung der Pandemie.
Having said this: Auch ich denke, dass viele Maßnahmen absolut überzogen sind, und dass der Virus nicht wesentlich gefährlicher ist als andere Krankheiten, mit denen wir auch leben. Ja, echt.
Aber es ist eine Sache, die Maßnahmen zu kritisieren. Eine ganz andere ist es, Erklärungsversuchen anzuhängen, deren "Wahrheits-Wahrscheinlichkeit" irgendwo unter 0,000000001% liegt. Sogar wenn man das ganze dann als Humor tagged. ;-)