PSIQUR: Der Schnee Ist Grün | Chapter 2: Josua Godlig [Teil 2]

in #deutsch3 years ago (edited)

PSIQUR: Der Schnee ist grün


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Chapter 2: Josua Godlig

Teil 2


Mit dem Müllbeutel in der Einen, seiner schwarzen Sporttasche in der anderen Hand kramt Lakis im Hausflur angekommen nach den Wohnungsschlüsseln in seiner Hosentasche und schließt die Wohnungstür ab. Euphorisiert stolziert er die Treppen bis ins Erdgeschoss hinunter und verlässt durch einen der Seiteneingänge das Gebäude. Der Abfall findet seinen Weg in den schwarzen Müllcontainer und Lakis macht sich auf den Weg Richtung Bahnhof.

Der Hauptbahnhof der Stadt ist zwar einfacher mit der Straßenbahn zu erreichen, aber nachdem der Regen aufgehört hat und Lakis daran denkt die letzten zwei Tage fast ausschließlich in seinem Zimmer verbracht zu haben, entschließt er sich die zwanzig Minuten zu laufen. Mittlerweile zeigt die Uhr seines Smartphone 13:50 Uhr. Er entsperrt sein Handy und schaut im Laufen nach geeigneten Zugverbindungen. Nicht vorzustellen, dass er erst bis an den Bahnhof laufen muss um wie früher zu erfahren wann die Züge fahren, auch eine Zettelwirtschaft in seinen Säckeln mit sich zu führen einfach ein Ding der Undenkbarkeit. Was die Technik nicht alles vereinfacht, wie sie Leben verändert, überlegt sich Lakis kurz während er dem Ladebalken zusieht, wie er seine kreisenden Bewegungen ausführt.

» Gut, dass ich mich entschieden habe zu laufen. « murmelt er, als er feststellt, dass er noch 40 Minuten zur Ankunft des nächsten Zuges hat, die er ja auch irgendwie vertreiben muss.
Da er heute noch nichts gegessen hat und es langsam mit einem Knurren in seinem Magen zu tun bekommt entschließt Lakis einen kurzen Stopp in einem bekannten Dönerladen einzulegen, der sich auf seinem Weg befindet.

» Einmal mit allem außer Gurken und Tomaten. « antwortet Lakis nachdem einer der zwei Angestellten ihn begrüßt und gefragt hat was es sein darf. Die Beiden unterhalten sich hinter der Theke während Lakis dort sitzt und auf sein bestelltes Essen wartet. Nach etwa fünf Minuten hält Lakis bereits seinen Döner in der Hand und beginnt ihn genüsslich zu verspeisen. Ab und zu hascht sein Blick auf die Uhr seines Handys, aber ihm bleiben noch gute zwanzig Minuten und der Bahnhof ist nur noch einen Katzensprung entfernt.

Fertig mit dem Essen, stellt er den Teller zurück auf die Theke, legt fünf Euro dazu mit dem Kommentar, er nimmt sich noch eine Dose Uludac mit.

»Alles klar hier, mach’s gut «, verabschiedet ihn einer der Zwei und hebt dabei seine rechte Hand. Mit der Dose in der Hand verlässt Lakis den Laden und macht sich erneut auf seinen Weg Richtung Bahnhof. Immer wieder fasziniert ihn die Vielzahl an verschiedenster Menschen die sich an diesem Fleck der Stadt aufhalten. Er schaut sich die einzelnen Personen meist an und sein Gehirn entwirft passende Geschichten zu den Gesichtern, die Lakis Augen erfassen.

Gute fünf Minuten später betritt Lakis die geräumige Bahnhofshalle und sucht sich seinen Weg durch die Menschen zu den Rolltreppen, die die Reisenden an die unterschiedlichen Gleise bringen.

Die Sporttasche über die Schulter gehängt schreitet Lakis die Treppenstufen in Richtung Gleis 3 empor. Ein weiterer Blick auf sein Handy bewegt ihn dazu die für Raucher gekennzeichneten Flächen des Bahnsteiges aufzusuchen um die verbleibende Zeit damit zu nutzen noch eine Zigarette zu rauchen.

Währendem die Kippe Zug für Zug ihre Form in Asche ändert und zu Boden fällt kramt Lakis nach seinen In-Ear Kopfhörern in seiner Sporttasche um schon mal für etwas Musik zu sorgen, die die Fahrt, auch wenn sie nicht besonders lang ist, etwas angenehmer machen soll.

Mit unangenehm lauten Quietschen trifft der ICE Richtung Bonn am Gleis ein, zeitgleich drückt Lakis seine Zigarette im Aschenbecher aus und macht sich auf den Weg zu der vorderen Spitze des Zuges, da die von den Bahnhofseingängen am weitesten entfernten Zugabteile immer zugleich die Leersten sind, was wohl auf die Bequemlichkeit unserer Spezies zurückzuführen ist.

Lakis betritt die vorderste ,Eingangsluke' des Gefährts und nimmt auf einem der Plätze in Fahrtrichtung Platz. Eine Art gesondertes Abteil mit Platz für 12 Personen & Ausblick auf die Schultern des Zugführers. Außer ihm ist niemand hier, er steckt sich seine Kopfhörer in die Ohren und bedient seine Spotify-App. Ein tappen auf den Jazz-Reiter bringt ihm die musikalische Untermalung für die nächste Stunde und ihn auf den Gedanken noch ein kurzes Nickerchen einzulegen.

Also stellt er den Wecker seines Handys auf 15:30 um früh genug wieder aus seinem Schlaf gerissen zu werden um nicht bis an die Endstation dieses Zuges fahren zu müssen.
Es dauert nicht lange und Lakis döst ein, zuvor hat er noch seine Fahrkarte, ein für ihn kostengünstiges Studententicket, auf den Sitz zu seiner Rechten gelegt, damit sollte ein Kontrolleur kommen dieser Lakis nicht aus seinen Träumen reißen muss.

15:30 Uhr, der Schrille Ton seines Weckers, der nun aus Lakis Kopfhörern dringt reißt ihn aus dem Schlaf. In wenigen Minuten wird der Zug den Hauptbahnhof Frankfurts erreichen und Lakis wird in weniger als einer halben Stunde bei Josua sein, der nicht allzu weit entfernt vom Bahnhof sein bescheidenes Domizil hat.
Als die Anfänge des Bahnhofs und die ersten Bahnsteige durch die Fenster zu sehen sind steht Lakis von seinem mittlerweile gut eingesessenen Platz auf und greift zu seiner Sporttasche, die in der Gepäckablage über seinem Kopf ihren Platz gefunden hatte. Gemächlich schlendert er an die Tür des Zuges, durch die er auch eingestiegen ist. Nachdem der Zug zum Stehen gekommen ist und Lakis das grüne Lämpchen zur Türöffnung bedient, löst sich diese aus ihrer Verankerung und bewegt sich langsam zur Seite.

Lakis schreitet auf dem langen Bahnsteig in Richtung des Eingangsbereiches. In Frankfurt sind die Menschenmassen, denen man begegnet noch viel verrückter als in Mannheim, allein schon weil es einfach viel mehr Menschen auf ein und demselben Platz sind. So könnte man wahrscheinlich viele Stunden seiner Zeit damit verbringen auf einer der zahlreichen Bänke zu sitzen und gemeinsam mit einem Freund oder einer Freundin über die vorbeilaufenden Massen zu plaudern.

Die fünfhundert Meter lange Strecke zum Eingang des Bahnhofsgebäudes hinter sich gelassen erblickt Lakis die altbekannte Frankfurter Skyline, nachdem er die sich für ihn auseinander bewegenden automatisierten Schiebetüren passiert hat.

Mit einer Hand wühlt Lakis in seiner Hosentasche und Zigaretten und Feuerzeug kommen zum Vorschein. Gewohnt lässig entzündet er eine der Kippen und schreitet weiter in Richtung Stadt, in Richtung der Wohnung seines alten Kollegen.

Gute zwanzig Minuten später befindet er sich bereits am Ziel. Er hatte das Bild des alten Hauses, in dem sich Josuas Wohnung befindet schon gar nicht mehr in seinem Kopf gespeichert gehabt, wird ihm bewusst, als er die Adresse von Jo' erreicht hat.

Ein zweistöckiges Fachwerkhaus aus dem neunzehnten Jahrhundert, das regelmäßig renoviert wurde und demnach eine sehr schöne Fassade vorzuweisen hat. Lakis betrachtet noch einen Moment die rot weiße Fassade des Gebäudes bevor er auf das Klingelschild seines Freundes mit der Aufschrift J. Godlig drückt und dieser einen kurzen Moment später durch die Sprechanlage zu hören ist.

» Lakis bist du's? Ich hoffe doch… «

» Grüß dich Mann, ja ich hab's dann auch geschafft. « entgegnet Lakis, woraufhin ein Summen des Türöffners zu vernehmen ist. Lakis drückt gegen die Haustür und schreitet das nicht besonders geräumige Treppenhaus über die hohen, sehr kleinen Treppenstufen in den zweiten Stock hinauf, wo ihn auch schon Josua vor der Tür stehend in Empfang nimmt.

»Na die Treppen sind gerade so der Bezeichnung gerecht, aber immerhin eine Fernsprechanlage. « lacht Lakis, während dieser seine Arme öffnet um seinen alten Freund zur Begrüßung zu umarmen. Die beiden verlassen den kleinen Hausflur und begeben sich in Josh Wohnung, die nicht gerade unter besonders ordentlich eingestuft werden kann. Überall liegen Klamotten, leere Plastikflaschen, Bücher und Papierblätter kreuz und quer in der Wohnung verstreut. Mit der Ordnung hat er es einfach noch nie gehabt, als würde es Menschen geben, deren Ordnung das Chaos ist.

Niedergelassen auf dem Sofa, das später zu Lakis Bett umfunktioniert werden soll, blickt Lakis auf Josua, der gerade mit zwei Flaschen Bier, die er frisch aus dem Kühlschrank geholt hat, auf ihn zukommt.

» Na dann auf die kommenden Tage mein Freund, freut mich sehr, dass du mal wieder den Weg in meine kleine Bude gefunden hast «, mein dieser erheitert, als er ein Bier in Richtung Lakis streckt. Lakis nimmt das Bier und öffnet es in alter Manier mit seinem Feuerzeug um anschließend mit seinem langjährigen Freund anzustoßen.


Vielen Dank fürs Lesen!


Chapter 1: Der Abend des Frühlings

Chapter 2:

Teil 1

Teil 2

Teil 3


In regelmäßgen Abständen werden die weiteren Chapters folgen! Bis das gesamte Werk auf diese Weiße via Steemit veröffentlich ist.

@x888

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sehr gute Ideen und ein schönes Buch, vielen Dank für deine Beiträge

Echt ne geniale Idee das Werk über Steemit zu veröffentlichen und so wie es aussieht, gefällt das auch vielen anderen.
Hut ab dafür :-)

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