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RE: Amazon

in #deutsch6 years ago

Das ständige Gemecker muss sein. Wie auch aus den Kommentaren ersichtlich, ist Amazon nicht nur lieb, sondern auch böse. Wie wir alle, im Grunde genommen. Warum auch immer diese Zuschreibung ihren Weg in die Sprache gefunden hat. Amazon ist natürlich nicht per se böse, aber alles, was zu groß wird, um zu failen, trägt eine potenzielle Vielfaltsverdrängung in sich. Ich denke, DAS ist der Hauptgrund für das Gemecker. Die Gründe sind die Details, die man sich subjektiv rausklaubt. Aber vom Kerngedanken ist es nur konsequent, diese großen "Player" nicht mit allem zu unterstützen, sondern die kleinen Krauter, Artisten, Einzelhändler (local dealer) nicht vollkommen links liegen zu lassen. Woher die Manie kommt, alles aus dem Netz zu bestellen, das ist vermutlich den Dingen zuzuschreiben, die Leute als "nervig" empfinden.

In vollen Läden einkaufen zu gehen und dann auch noch als Misantroph die anderen als lästig und doof zu empfinden, liegt meiner Erfahrung nach an der schlichten Tatsache, dass wir diese anderen nicht kennen und keine Beziehung zu ihnen haben. Dann sind sie uns egal. Der Mensch will eigentlich den Lebensmittelhändler kennen, einen Schnack halten, wenn ihm danach ist und die Klappe, wenn nicht. Er will, dass der Händler ihn kennt und ihm ab und an mal was Gutes tut. Umgekehrt ist der Mensch, wie du in einem anderen Beitrag sagst, ein Geber. Wenn er aber nix geben kann, weil man nix von ihm will, außer sein Geld und dass er immer wieder neues Zeug kauft, wird er grätzig. Nur zu verständlich. Was kann man machen? Ich hab mein amazon Konto aufgelöst (Prime) und kauf wenig bis gar nicht online ein, das gilt für alle anderen Online-Shops. Ich bin nun nicht die Mehrheit.

Man soll mir bitte meine Sturheit lassen und die Tatsache, dass ich nicht jeden technologischen Schnickschnack mitgehen will, als Ausdruck von Vielfalt begreifen in einer Welt, in der alles gleich gemacht werden soll, wie es scheint. Die Wenigen, das sind die "Minderheiten", von denen alle immer reden und die man nicht ganz von der Tafel rasieren sollte, wenn man so etwas wie eine Gemeinschaft und einen Sinn dafür haben will. Die hardcore ökonomische Sicht aber sagt, dass man für solche Minderheiten altmodische Methoden oder Standards nicht aufrecht erhalten kann, weil sich das nicht lohnt. Das halte ich für Blödsinn. Wenn man will, kann man. Ich halte es sogar für ein Alleinstellungsmerkmal, wenn ein Händler oder eine Bank auch weiterhin offline Angebote hat, weil ansonsten kann ja gleich alles in den virtuellen Raum abwandern, um es mal extrem überspitzt auszudrücken.

Man kann natürlich auch Leute doof finden, die man kennt und tut das auch. Aus meiner Lebenserfahrung aber würde ich diese Leute, auch wenn ich sie doof finde, nicht schlechter behandeln als diejenigen, die ich toll finde. Ich rede vielleicht nur schlechter über sie, aber das wird überbewertet. ;-)

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Mir ist es eigentlich egal, wo wer einkaufen geht.
Die Läden werden alle verschwinden bis auf paar Spätis und Cafés, das ist halt so. Es sei denn, man fängt an, das auch noch zu subventionieren, um eine Theaterkulisse mehr zu finanzieren.
Wenn Du einen Laden hast, dann muss der sich rechnen, ganz einfach. Wenn er sich nicht rechnet, bist Du pleite. Ob das andere Leute für Blödsinn halten, ist Rauschen im Walde :-).
Ich fahre doch nicht mit dem Auto in die Innenstadt, lasse mich schikanieren von Politessen und Parkhausbesitzern, laufe noch ewig ... NEE.
Aber ehrlich gesagt wollte ich ja auch kein Plädoyer für das Online-Einkaufen halten, sondern mit Versatzstücken von Wahrheit provozieren.
Bei Dir ist mir das leider nicht gelungen - Du bist immer so konstruktiv!

Grins.
Das ist aber elegant gesagt. Von wegen "konstruktiv". :)
Gut, dass du kein Plädoyer fürs Online-Einkaufen halten wolltest.