Warum der "kleine Mann", (immer) der "kleine Mann" bleiben wird

in Deutsch D-A-CH3 months ago (edited)

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Ein Kommentar von @leroy.linientreu unter meinem Artikel über die sogenannten EU-Corona-Hilfen ist der Auslöser für dieses Statement. Das muss mal raus, damit niemand sagen kann, er hätte es nicht gewusst.

Statement

Die Malocher sind von einem uralten Fluch befallen. Sie wünschen sich die Anerkennung ihrer Arbeit und Würdigung ihres Lebenswerkes. Dafür nehmen sie gern Geschenke wie Plaketten, Orden, Medaillen und Urkunden oder anderen wertlosen Tand an. Manchmal wird ihnen auch ein selbstbezahltes Denkmal gesetzt. Z.B. für den "unbekannten Soldaten" (wäre auch noch besser, wenn man die ganzen Namen der armen Teufel kennen würde) oder für die unbekannte Trümmerfrau o.dgl.

Was der kleine Mann und die kleine Frau aber wirklich machen, ist nahezu uneingeschränkte Unterstützung geben.

Sie unterstützen die Systeme der Aristo-, Büro- und Technokraten seit Zeitaltern und wundern sich warum sie den Arsch nicht hochkriegen.

Sie kämpfen ihre Kriege, werden in diesen verkrüppelt und zu Sozialfällen oder sterben in selbigen. Sie befolgen ihre Gesetze und benutzen ihr lebenszeitraubendes Papier- und Giral-Geld. Sie gehen zu ihren Wahlen und machen Kreuze auf Papier und glauben ernsthaft Rechte delegiert zu haben, die sie persönlich gar nicht besitzen. Sie wählen damit diejenigen Menschen, die sie wiederum papierhaft dazu verpflichten, in den Krieg zu ziehen, ihre Gesetze zu befolgen und ihr Geld zu benutzen.

Um die Ausraubung der kleinen Malocher perfekt zu machen, zahlen sie zu allem Überfluß für diesen Rummel auch noch Steuern und die Zinsen und Tilgung für Schulden, die sie selbst nicht aufgenommen haben, sondern ihre ihnen unbekannten Sklavenhalter.

Wer kriecht, darf sich über blutige Knie nicht wundern.

Also, wenn ich ein Unmensch wäre, würde ich sagen: "Was für ein geniales System ist das denn bitte?! Was muss ich tun, um da ganz oben mitmachen zu können?"

Maden im Speck können kein besseres Leben führen.

Fazit:

Politischer Gehorsam bringt den Gehorchenden um eine gehörige Portion des von ihnen geschaffenen Mehrwerts (um einmal die berühmte marxistisch verklärende Wortwahl zu benutzen). Der bekannte Humanist und bekennende Vertreter uneingeschränkter Menschenrechte Hermann Göring, bestimmt nur durch Zufall so fett wie eine Made im Speck, sagte in seiner Zeit als Gefangener 1946 gegenüber dem Gefängnispsychologen Gilbert folgendes:

"Nun, natürlich, das Volk will keinen Krieg. Warum sollte auch irgendein armer Landarbeiter im Krieg sein Leben aufs Spiel setzen wollen, wenn das Beste, was er dabei herausholen kann, ist, dass er mit heilen Knochen zurückkommt? Natürlich, das einfache Volk will keinen Krieg; weder in Russland, noch in England, noch in Amerika, und ebenso wenig in Deutschland. Das ist klar. Aber schließlich sind es die Führer eines Landes, die die Politik bestimmen, und es ist immer leicht, das Volk zum Mitmachen zu bringen, ob es sich nun um eine Demokratie, eine faschistische Diktatur, um ein Parlament oder eine kommunistische Diktatur handelt. [...] Das ist alles schön und gut. Aber ob mit oder ohne Stimmrecht [gemeint ist in einer demokratischen Staatsordnung], das Volk kann immer dazu gebracht werden, den Befehlen der Führer zu folgen. Das ist ganz einfach. Man braucht nichts zu tun, als dem Volk zu sagen, es würde angegriffen, und den Pazifisten ihren Mangel an Patriotismus vorzuwerfen und zu behaupten, sie brächten das Land in Gefahr. Diese Methode funktioniert in jedem Land."

Quelle: https://dpa-factchecking.com/germany/200914-99-558872/

Ich antworte mal mit Schiller darauf:

"Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen."

Sort:  

Das kann ich bestätigen. Ich komme aus einer Arbeiterfamilie und einige aus der Familie arbeiten wirklich mit ihren Knochen bzw. nur einer ist noch übrig, der bei den vielen Arbeitsunfällen, die er im Laufe seines Arbeitslebens gehabt hat, alles kaputt hat. Der andere hat über viele Jahre Schweineställe gereinigt, das ist eine richtig ätzende Arbeit mit Hochdruckreiniger und Gummianzug stundenlang die Kacke wegspülen. Die Jungs haben in ihrer Jugend Hühner geschleppt auf den Massenfarmen in unserer Gegend, der älteste ging in die Fabrik, wobei da eher die Monotonie herrscht als die körperliche Anstrengung. War nicht immer alles Scheiße, man ist recht genügsam als Arbeiter und freut sich über kleine Ereignisse im Leben. Geschimpft wird gern über Ausländer, weil die ja jetzt vermehrt die Arbeiter-Arbeit machen und man Probleme mit der Verständigung hat, da kaum einer deine Sprache spricht.

Ich selbst dachte lange Zeit, dass ich mich dieser Herkunft schämen müsste und verfeinerte fleißig meinen Wortschatz. Das mir dann daheim den Ruf der Hochnäsigkeit einbrachte und "warum ich so gestelzt reden würde". Da war ich beleidigt, aber Recht hatten sie schon irgendwie. Den Stall zu leugnen, aus dem man gekommen ist, das geht im Grunde nicht und man bleibt immer ein Stück dem verbunden, was man als Kind kennen lernte.

Mein Herz schlägt für die Arbeiterschaft und wird das wohl auch immer tun, obwohl ich selbst nie in dieser Welt gearbeitet habe und zum Teil auch nicht mehr wirklich dazu gehöre. Zwischen Baum und Borke ist man da manchmal gefangen.

Kopfarbeiter sitzen trotzdem mit den Handarbeitern in einem Boot und könnten das öfter anerkennen.

Das Zitat ist wirklich gut, Danke fürs raussuchen. Schöner Beitrag insgesamt. So auf den Punkt.

Danke für den Einblick. Herkunft ist doch egal, wenn man glücklich ist mit dem was man macht oder was man geworden ist.

Der Menschenfreund und Humanist Göring hat natürlich recht, jedenfalls mit dieser Einschätzung. Er war übrigens meines Wissens in erster Linie, aber nicht ausschließlich fett wegen seiner Morphinsucht. Diese ist, soweit mir bekannt ist, auf eine Schmerztherapie zurückzuführen, die Göring - ein hervorragender und übrigens auch sehr mutiger Jagdflieger im 1. Weltkrieg - infolge eines Abschusses davongetragen hat, verbunden mit starkem Rheumatismus.
Für jeden, den es interessiert, kann ich empfehlen, sich die wenigen vorhandenen Tonaufzeichnungen der Nürnberger Prozesse anzuhören. Da lernt man mehr über Politik als in der Schule.

"mutiger Jagdflieger im 1. Weltkrieg"

Auch so ein Opfer das einmal Schwein am Futtertrog werden wollte und wurde.

Dann stimmt es wohl, dass der Sklave gar nicht frei sein will, sondern auch mal Sklavenhalter?!

Dann stimmt es wohl, dass der Sklave gar nicht frei sein will, sondern auch mal Sklavenhalter?!

Selbstverständlich stimmt das in 99% aller Fäller. Das ist m.E. der große Irrtum des Libertarismus, dass er das nicht sieht. A) sind wir ein Herdentier und b) ist unsere kulturelle Tradition alles andere als freiheitsliebend in Zentraleuropa. Da sind "zurückgebliebene" Semi-Failed-States wie Griechenland, Portugal und Italien deutlich weiter - für die ist der Staat nur ne Melkmaschine, ansonsten ignorieren sie ihn oder bescheißen, wo sie können.

Der Libertarismus sieht das wohl, weiß er doch, dass man dafür den Staat zur Hölle schicken muss. Sklavenhalter waren entweder Staaten bzw. Staatsoberhäupter selbst oder private durch Gesetz gedeckte Personen. In einer freien Welt kann es so etwas nicht geben, weil die Deckung durch den "Rücken" fehlt und gesellschaftlich dürfte das Sklaven halten - heute zumindest - ebenfalls verpönt sein. Die Kosten der gesellschaften Ächtung bzw. eines Spartakus-Aufstandes überwiegen, so bin ich der Auffassung, den damit verbundenen Nutzen.

Nebenbei bemerkt ist Sklavenarbeit von minderem ökonomischen Wert, weil Eigennutz und Kreativität durch Gewaltausübung ausgeschaltet sind, zumal die Kosten der "Beaufsichtigung" der Sklaven ebenfalls ein großer Kostenpunkt sind, die sich nur dann lohnen, wenn es eine gesetzliche Deckung für diesen Aufwand gibt.

Zur kulturellen Tradition kann ich nur sagen, dass der Liberalismus und Freiheit ein westliches Erfolgsmodell sind. Freiheitliches Denken kommt nicht etwa aus Amerika, Asien oder Afrika. Es kommt aus West-Europa, trotz der vielen Verfehlungen der letzten zwei Jahrhunderte. Aber seit dem 19. Jhd. wird eher das westliche Modell in aller Welt kopiert, als anders herum.

Ich sehe auch die Schwächen, natürlich, und auch Tendenzen die guten Entwicklungen zurück zu drehen. Aber im Grunde ist die politische Freiheit ein Erfolgsmodell aus Westeuropa.

Danke für Deine Ausführungen, ich bin nicht sattelfest zugegebenermaßen. Leroy glaubt halt nur, dass politische (=äußere) Freiheit das Resultat innerer Freiheit ist. Nicht umgekehrt. Und da bin ich echt skeptisch, wenn ich mich umschaue. Jede Ausnahme erfreut mich, nicht nur für ihn/sie.

Es geht auch nur von unten.
Rothbard wollte ja immer gerne einen roten Knopf auf den er drücken kann und dann ist der Staat weg.
Gäbe es diesen Knopf würden sich die Leute sofort den nächsten Herrscher an den Hals werfen.
Ich empfehle das Buch von Iceberg Slim.
Das war ein berühmter Zuhälter.
Warum werfen sich Frauen einem Zuhälter freiwillig an den Hals, gehen für ihn auf den Strich und liefern auch noch das ganze Geld bei ihm ab?
Iceberg Slim war ein Meister in dem Geschäft.
Hat man das Buch gelesen, dann versteht man auch warum es Politiker gibt.

Ich bin da nicht so kulturpessimistisch.

Herrschaft verschlingt immer eine ungeheure Menge an Ressourcen: Polizei, Armee, Palazzoprotzo, Überwachung, Meldewesen etc. Es kann immer nur eine oder wenige parasitäre Gruppe(n) von Menschen auf Kosten aller anderen Leute leben. Auf Dauer geht das nie gut. Die Dauer läßt sich allerdings strecken durch mehr bürgerliche Freiheiten. Zieht ein Herrscher die Zügel an, so ist er bald weg. Herrschaft ist ein schmaler Grat. Gandhi hat gezeigt wie es auch anders gehen kann, auch wenn sich seine Landsleute dann tatsächlich wieder dem nächsten System an den Hals geworfen haben.

Auch wenn ich immer wieder staune, wieviel die Menschen bereit zu ertragen, so sehe ich auch die kleinen Nuancen der Unzufriedenheit. Sobald der ehemals aufrichtige immer korrekt Steuern zahlende Bürger anfängt auf dem Schwarzmarkt Geschäfte zu machen (ein Handwerker hier, ein Schwarzverkauf da), weiß ich, dass aus dem früheren braven Steuerzahler ein Steuerdissident geworden ist.

Blockchain, BTC oder auch Hive sind ja beste Bsp. für so eine Entwicklung. Ohne Einschränkungen der Meinungsfreiheit gäbe es weder steemit noch hive.

Es wird! ;)

Der Schwarzmarkt hat von viele Herrscher zu Fall gebracht.
Hier hatte Konkin recht.
Nur haben sich auch hier die Leute sofort wieder neue Herrscher gesucht.
Ich schätze daran ist er verzweifelt und hat sich deshalb in den 90ern kaum mehr zu Wort gemeldet.
Muss ich mal Victor Koman fragen.
Korrektur:
Er hat es wohl vorausgesehen.
In der einzigen Ausgabe des Agorist Quarterly (1995) schreibt er:

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In der DDR hätte man nach dem Mauerfall eine echte Chance gehabt.
Die Leute waren wohl noch nicht so weit und ich befürchte, sie werden nie so weit kommen.

So ist es: Freiheit beginnt im Kopf.

Auch so ein Opfer

Glaube ich nicht.
Die Jagdflieger des 1. Weltkrieges waren so Typen wie die späteren Formel 1 Fahrer (zu Zeiten in denen das noch richtig gefährlich war).
Das machte man nicht aus Vaterlandsliebe, sondern aus Lust am Risiko.
Ähnlich wie Ernst Jünger.

Dass so einer dann seinen Weg zu den Nazis gefunden hat, passt so gar nicht ins Bild.

Sehe ich ähnlich. Der Typ war ein skrupelloser Aventurist und Hasadeur, der bei jeder abgefahrenen Scheiße ganz vorne dabeigewesen wäre, und König spielen im fortgeschrittenen Alter hat ihm nun mal besonderen Spaß gemacht.

Frau Ahrendt liegt mit ihrer Formulierung der Banalität des Bösen goldrichtig in vielen Fällen.

Die Nazis haben sich mit solchen "Helden" gern geschmückt. Von daher war es von Vorteil so eine Vita vorweisen zu können. Wenn man dann noch die nötige Portion Skrupellosigkeit vorweisen konnte, war man perfekt geeignet für diese Machtscheiße.

Und aus Lust am Risiko muss man nicht gleich auf andere Leute schießen, die einem persönlich überhaupt nicht an den Kragen wollten.

Da gab´s sicherlich auch damals schon andere Möglichkeiten sich auszutoben. Z.B. mit so einer Wackelkiste über den Atlantik zu fliegen oder mit dem Floss über den Amazonas...was weiß ich...

Ernst Jünger ist in der Tat ein wortgewaltiger Schriftsteller mit Kriegervergangenheit. Was sie aber alle gemeinsam haben ist, dass sie als junge Menschen diesen Ich-führe-dann-mal-Krieg-Fehler begangen haben.

Ohne Zwangsmaschine Staat würden sie vielleicht Faustkämpfe gegeneinander auskämpfen, was wesentlich unterhaltsamer für alle Interessierten und ungefährlicher für alle Unbeteiligten wäre.

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Im Luftwaffenmuseum in Berlin kann man sich sein Flugzeug und auch seinen Pour le Mérite anschauen.

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Ja, da hast du natürlich recht.
Aber tja, so ist das nun einmal, könnte man da erwidern. Würden die meisten auch tun.
Weil die meisten denken, sie wären darin gefangen, würden davon abhängig sein, es würde aber ihr Bestes wollen, würde unumstößlich sein, ja sogar dass es gegeben sei.
Die Wahrheit ist, dass das System nur funktionieren kann, weil die meisten so denken.
Es ist ein System, das auf virtuellen Regeln, Moral, steuerbarem gesellschaftlichen Konsens, Zuckerbrot und Peitsche usw basiert. Subsysteme im System.
Wenn man die Prinzipien dieser Subsysteme verstanden hat, kann man sie ausnutzen um sich Vorteile zu verschaffen. Umso erfolgreicher du sein möchtest, desto mehr musst du sie dir zu nutze machen. Moral darf keine Rolle spielen, Gesetze nur zu umgehende Hindernisse sein. Desto erfolgreicher du geworden bist, desto weniger betreffen dich diese Subsysteme und du wirst somit immer freier.

Der Unterschied zwischen frei und unfrei liegt also in der Nutzung des Systems. Nutzt du das System von unten nach oben, nach dessen eigenen Regeln, bleiben Freiheit und Erfolg spärlich. Nutzt du es wiederrum von oben nach unten, also die Regeln des Systems aus, wächst deine Freiheit. Erfolg wird zur Konstante.

Die Supererfolgreichen sind nur Superschurken! Es sind aber auch gleichzeitig die "Neos"!
Alle Anderen sind NPCs in unterschiedlich bewusstem Zustand.

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