Finger weg von Bitpanda - ein Lakai der Zentralbankster!

Liebe Krypto-Investoren!

die Zahl der Krypto-Dienstleister im deutschsprachigen Raum ist überschaubar, zumindest für Kleinanleger. Außer bitcoin.de und Bitpanda gibt es da nicht viele.

Was einige von Euch eventuell nicht wissen ist, dass sich nicht nur Banken, sondern auch Krypto-Dienstleister (Börsen, Tauschplattformen, aber auch Wallet-Betreiber, etc.) mit Sitz bzw. Operationen in der EU seit Jänner 2020 an die RICHTLINIE (EU) 2018/843, besser bekannt als 5. EU-Geldwäscherichtlinie halten müssen.

Die europäische Kommission (also ein supranationales Gremium, das demokratisch nur unzureichend legitimiert ist) hatte diese Richtlinie "vorgeschlagen" und das EU-Parlament hatte sie im Eiltempo beschlossen, noch bevor die 4. EU-Geldwäscherichtlinie überhaupt umgesetzt worden war (1)! Das offensichtliche Ziel dieser "Richtlinie" (die aber trotz des Namens verbindlich ist - eine EU-Richtlinie (engl. directive) steht über nationalem Recht (2)!): Nutzer virtueller Währungen leichter zu identifizieren und Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu bekämpfen! In D. wurde daraus eine (von Olaf Scholz erlassene) Verordnung (3), in Ö. das Finanzmarkt-Geldwäschegesetz (4).

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Was steht da z.B. drin?

  • Zentrale Datenbanken sollen in den Mitgliedsstaaten eingerichtet werden, die die Identitäten und Wallet-Adressen der Nutzer sammeln!
  • Einzahlungen: Übersteigt z.B. eine eingezahlte Kryptowährung einen Betrag von 1.000€ , muss der Krypto-Dienstleister die Richtigkeit der Transaktion prüfen, anhand von „Dokumenten, Daten oder Informationen aus einer verlässlichen und unabhängigen Quelle“ (5). Erst dann darf er die Kryptos dem Empfänger gutschreiben.
  • Auszahlungen: Wenn ein Krypto-Dienstleister Kryptos für seine Kunden an eine unbekannte Adresse sendet (was so gut wie immer der Fall ist), hat er „das mit dem Transfer verbundene Risiko des Missbrauchs zum Zwecke der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu ermitteln und zu bewerten sowie risikoangemessene Maßnahmen zu treffen“ (5). Diesen Gummiparagraphen kann man z.B. so umsetzen, dass Kunden bei Überweisungen umfangreiche Informationen zum Empfänger liefern müssen, und man diese durch Onchain-Analysen oder Anrufe beim Empfänger prüft.

Und was für Informationen sind das konkret?

Die Antwort auf diese Frage habe ich unbeabsichtigterweise von Bitpanda selbst bekommen, nachdem ich den Fehler begangen habe, eigene Bitcoins (von meinem bitcoin.de-Konto) auf mein Konto bei Bitpanda zu überweisen!

Es begann damit, dass 10 Stunden nach der Transaktion diese immer noch im Status "in Bearbeitung" war. Das machte mich schon sehr stutzig, aber eventuell war es ein technisches Gebrechen, die Bitpanda-Homepage gab nämlich an, es gäbe Verzögerungen.
Erst am nächsten Tag wurde ich dann aufgefordert, einen Mittelherkunftsnachweis zu liefern!
Aus dem Email-Text:
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Nachdem ich ihnen Screenshots vom Kauf der Bitcoins (von vor über 4 Jahren) gesendet hatte, waren sie immer noch nicht zufrieden und wollten noch mehr:

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Ich dachte im ersten Augenblick, ich sehe nicht recht! Diese Fülle an Details stehen so nicht explizit im Gesetzestext. Offenbar gefallen sich manche Unternehmen darin, ihre Kunden zu gängeln durch ultragenaue Auslegung der Paragraphen.

Ich fühle mich, als ob ich eines Verbrechens bezichtigt werde (ohne Anklage, wie in Kafka´s "Prozess") - eine Behandlung eines (langjährigen) Kunden, die ich unglaublich finde.

Also sendete ich ihnen noch Auszahlungsbestätigungen und noch mehr Screeshots. Die Überprüfung soll angeblich bis zu 3 Tage dauern.

Eine Woche verging und mein Bitpanda-Account wurde komplett eingefroren!

Denn als ich, unabhängig davon, Euro von Bitpanda auf mein Euro-Konto überweisen wollte, ging das auch nicht - mit Verweis auf Infos in einem Email, das aber nie kam!

Erst als ich mit der Einschaltung meines Rechtsanwalts gedroht hatte (aber keine Ahnung, ob das irgendetwas bewirkt hatte), kam dann, nach insg. 9 Tagen ein Email, dass die gesendeten Unterlagen ausreichendals Nachweis waren.

Also ist es, in diesem Fall, noch mal gut ausgegangen.

Aber was sind die Konsequenzen dieser Behandlung? Dieses Vorgehen sollte zum Nachdenken anregen, bei allen, die derzeit Kryptos bei europäischen Dienstleistern haben, oder es vorhaben!
Was, wenn man nicht mehr Zugriff auf alte Unterlagen hat?

Aber auch wenn Ihr Fiatgeld (z.B aus Kryptoverkäufen) an Eure Hausbank sendet (die Grenze, die eine Untersuchung triggert, liegt je nach Institut bei ca. 10-15000 € (6,7)), kann das zu Überprüfungen führen, dank EU. Dann solltet Ihr alles gut dokumentiert haben. In der Schweiz ist es möglicherweise anders. Als ich ein Kind war, war das Bankgeheimnis in Österreich noch ein hohes Gut! OK, auch die Neutralität war mal was, all das ist mittlerweile den Bach runtergegangen. Was tut man nicht alles für den Globalismus.

Für mich ist jedenfalls eines klar: Das wars mit Bitpanda! Ich werde mein Konto dort auflösen und meine Kryptowährungen woanders deponieren.

Ich hoffe, ich bin nicht der Einzige. Wenn das alle derart betroffene Kunden machen, würden diese Unternehmen eventuell die Auslegung der Paragraphen revidieren. Nur so kann man etwas bewegen, zumindest in der Theorie.

Quellen:
(1) https://home.kpmg/de/de/home/themen/2018/06/die-5-eu-geldwaescherichtlinie.html
(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Richtlinie_(EU)
(3) https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Gesetzestexte/Gesetze_Gesetzesvorhaben/Abteilungen/Abteilung_VII/19_Legislaturperiode/2021-09-29-KryptoWTransferV/3-Verkuendete-Verordnung.pdf
(4) https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20009769
(5) https://bitcoinblog.de/2021/10/08/verschaerfte-informationspflichten-fuer-deutsche-kryptounternehmen/
(6) https://mittelherkunftsnachweis.de/limit-herkunftsnachweis/
(7) https://mittelherkunftsnachweis.de/bitpanda/

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Krass!

Was für ein Saftladen.

Das wird ja jeden Tag immer übler.

Da lieferst Du den Beweis der Herkunft, was an sich schon ein Unding ist, weil niemand es angeht wie Du Dein Geld verdienst und grundsätzlich die Unschuldsvermutung gilt, aber mich wundert in diesem Saftladen namens EUropa inzwischen nichts mehr.

Dahinter steckt aber nicht die EU, sondern wahrscheinlich das Imperium jenseits des Atlantiks, dass um den Dollar fürchtet.

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Reblog!

Ja, es ist ein Abwehrkampf des Establishments gegen die Kraft der Innovation, aber in der Geschichte hat sich immer das Neue durchgesetzt. Zumindest ist die USA nicht bitcoin-feindlich wie China. Sonst wären wir heute nicht bei einem ATH :)

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Ich habe dort auch ein Konto, aber da ist nichts mehr drauf. Gut zu wissen.

Ich empfehle Dir jedoch das nächste Mal die dezentrale Wallet Bisq zu nutzen. Dort kannst du deine Coins anonym kaufen und verkaufen. Das Geld geht auch direkt auf dein SEPA-Konto bzw. davon ab. Sehr gute Lösung. Läuft auch über Tor, somit sind die Transaktionen mit deinen Partnern auch nicht rückverfolgbar.

Ist sehr einfach zu bedienen. Habe ich selbst schon genutzt und werde es in Zukunft fortan immer tun, denn darauf habe ich keine Lust was du beschrieben hast.

Bei der deutschen BTC-Bank Nuri soll das nämlich auch so laufen.

Danke für den Tip. Werde ich mit anschauen!

Danke für den Tipp.

Ich denke dass es solange gut geht bis ein gewisser Betrag überschritten wird und die Bank dann auch verpflichtet ist Meldung zu machen. Ist das bei Dir noch nie was passiert? Ok Deine Bank hat natürlich alle Daten, Dokumente, Legitimierung die man haben kann, die die Exchanges nach und nach einfordern wenn die Summe höher wird.

Uff, das ist mal echt harter Tobak.
Vor allem scheint mir an der Stelle das Geldwäschegesetz nur reine Schikane der Kleinanleger zu sein.
Die "große Geldwäsche" findet wohl kaum über Bitpanda statt.

Das finde ich unerhört, wie man hier mit einem langjährigen Kunden umgeht. Ich hatte eine ganze Zeit (2 - 3 Monate) lang mit dem holländischen Anbieter anycoin zusammen gearbeitet. Dann hieß es, dass es durch neue Regularien aus Deutschland keine Dienstleistungen mehr ausgeführt werden könnten. Sie arbeiten aber daran
Ich wartete zwei bis drei Wochen und hatte zum Glück so gut wie keine Kryptos mehr da. Ich habe es meistens nur dazu verwendet um Krypto in Euro umzutauschen. Nur wenn jetzt noch Guthaben da gewesen wäre dann wäre das Konto lange vielleicht heute noch eingefroren. Habe mich dann zum Glück für Kraken in der Schweiz entschieden und nicht für bitpanda. Ich hoffe dass alles soweit gut ist. Für welchen Dienstleister hast du Dich jetzt entschieden?

Vielen Dank für deinen Post. Werde natürlich einen reblog machen. Das müssen natürlich und so viele Menschen als möglich erfahren.

LG Michael

!!invest_vote

Das Banksystem ist das größte Überwachungssystem überhaupt, aber das liegt nicht an Bitpanda, sondern so wie angemerkt an den EU-Geldwäscherichtlinien, an die sich auch ausländische Broker halten müssen, wenn sie auf EU-Konten-Überweisungen durchführen wollen.

Meine Güte für solche Kryptonoobs wie mich wird es auch kein bisschen einfacher. Meine Frage ist was kann man dagegen tun? Ich habe weder Bock irgendwo erfasst zu werden, noch auf diesen ganzen Nachweismist. Dieses Land und diese EU haben sowieso fertig, das sieht jeder der Augen im Kopf hat. Es bröckelt an allen Ecken und Enden, darum muss die herrschende Klasse auch immer mehr Macht an sich reißen. Aber das wird ihnen nichts nutzen.

Danke für die Warnung. Ich versuche mich generell von deutschen und europäischen Plattformen eher zurückzuhalten, deshalb nutzte ich Bitcoin.de und Bitpanda nie und werde es jetzt erst recht nicht.

Zumal ich (und wahrscheinlich ein großer Teil der anderen Nutzer) solche Informationen gar nicht bereitstellen könnte, selbst wenn ich wollte, da ich Kryptowährungen noch nie mit Fiat gekauft habe und dementsprechend keine Auszahlungen getätigt habe, die mit Fiatkäufen in Verbindung stehen.

Hachja, Geldwäsche als Grund, ich würde eher sagen das Steuern der Grund sind, denn wer würde z.B. Bitpanda zur Geldwäsche nutzen?

Ich benutze keine europäischen Anbieter. Hatte mir bitpanda vor zwei Jahren mal angesehen, mich dann aber für einen außereuropäischen Anbieter entschieden. Mittlerweile benutze ich drei verschiedene, weil man eben nie weiß, was einem passieren kann, wenn ein Gesetz erlassen wird oder die Androhung von Repressalien Unternehmen dazu verleitet, seine Kunden zu gängeln, wie in deinem Fall.
Dann hätte ich wenigstens noch zwei Backups (auch das ist natürlich nicht absolut sicher).
Wir leben in komischen Zeiten und die Daumenschrauben werden täglich angezogen, wie mir scheint.

Zum Glück hast du es noch hinbekommen.
Hast du dir mal FTX angesehen?

Nein, noch nicht. Sind die zu empfehlen?

Sind in Antigua und Barbuda beheimatet, der Gründer ist dieser Wunderknabe Sam Bankman-Fried.
Der deutschsprachige YouTuber Hoss macht seit einigen Monaten Videos über FTX (hauptsächlich übers Traden, aber die Plattform ist wie Binance auch für die normalen Transaktionen geeignet).
Ich lass dir mal einen Link da. Er kann das besser erklären als ich :o).

Das findet nicht nur in der EU statt, das ist ein weltweites Vorgehen. Meine thailändischen Konten, selbst die Wallets von den Mobilfunkanbietern und mein Account bei der einzigen thailändischen Kryptoexchange wurden letzten Monat zwangsgeschlossen, weil man seit diesem Jahr umfangreiche Dokumente ( Mittelnachweis, Meldeadresse, 90 Tagereport, Arbeitsgenehmigung) für unverzichtbar hält. Sie waren aber so nett, mir zu gestatten, alles zu leeren.
Auch in Estland wird es strenger, Meine Buchhaltung hat mich auch für mein Firmenwallet und Firmenkonten über Neuerungen , Verschärfungen bzl Auskunftspflicht informiert.
Es läuft wohl darauf hinaus, dass Panama the last resort wird.

Glauben die ernsthaft, damit lassen sich Kryptos langfristig aufhalten?

Ich glaub, sie wollen es nur kontrollieren und besteuern, wie alles.
Ich bin ja fiskalisch als Person komplett aus der EU raus, aber es trifft ja auch Firmenaccounts.

Ich glaube, die glauben das ernsthaft ^^.

Bei Kraken hatte ich da gottseidank noch nie probleme.
Wenn man eine auszahlung anfordert ist die am nächsten tag am konto, völlig problemlos, waren allerdings noch nie größere beträge.

Wichtiger Artikel --> Re-Hive, danke dafür!

Danke für die Information. Ich für meinen Teil halte Kryptowährungen immer im privaten Hardware Wallets.

Ich weiß, auch ich habe trotzdem dann das Problem des Tausches. Dann hoffen wir mal, dass irgendwelche Austauschplattformen im außer europäischen Ausland großzügiger sind, falls man sie benötigt

Ja, aber was, wenn durch ein neues Betriebssystem die Hardwarewallet nicht mehr unterstützt wird oder die Firma pleite geht oder sonst was? Ist zwar in nächster Zeit nicht sehr wahrscheinlich, aber auch die Hardwarewallets haben ihre Risken.

Hardwarewallets verwenden Seeds, die zwischen den Geräten interoperabel sind. Du kannst einen Ledger Seed mit der Bitbox 02 verwenden oder in electrum oder Specter DIY.

Ja
Alles ist möglich. Deshalb sollte man auf vielen Beinen stehen. Da können einige auch wegfallen und man steht immer noch.

Und wie heißt es so schön: wenn dieser Lebensgang beendet ist, werde ich mit Sicherheit nicht der reichste auf dem Friedhof sein - Dafür sorge ich schon selbst🥳

Da lass ich direkt die Finger weg, danke.

Es scheint, die Schlinge zieht sich von allen Seiten her zu ... und alle hüpfen nur fröhlich herum weil sie endlich wieder essen gehen und konsumieren gehen dürfen :-(

Welcome to the European Union!

Die größte und beste Demokratie, die wir jemals hatten. Hurra.

Kann ich nur bestätigen.
Wenn ich dort alles weg habe - nie wieder!!!!!!!!

Yay! 🤗
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